Dotternhausen, 16.03.2019

Umbau der Holcim-Seilbahn: Verfahren läuft an

Ab Montag liegen die Planunterlagen bei der Gemeindeverwaltung in Dotternhausen zur Einsicht aus.

 

Auf Antrag der Firma Holcim (Süddeutschland) GmbH führt das Regierungspräsidium Tübingen (RP) für den Umbau der 2,3 Kilometer langen Seilschwebebahn zwischen dem Zementwerk Dotternhausen und dem Steinbruch auf dem Plettenberg ein Planfeststellungsverfahren durch.

Von Montag, 18. März, bis einschließlich Mittwoch, 17. April, werden die Planunterlagen bei der Gemeinde Dotternhausen zur Einsicht ausgelegt.

Der Umbau der Seilschwebebahn bestehe im Wesentlichen aus dem Austausch der bestehenden Masten und den Seilen, heißt es in einer Mitteilung der Tübinger Behörde.

An zwei bestehenden Masten müssen neue Fundamente errichtet werden, drei neue Masten kommen hinzu. Nach dem Umbau gebe es zukünftig 16 Stützen, davon 14 Stützenbauwerke auf der Strecke, eine Stütze auf der Stahlkonstruktion der Talstation und eine Stütze im Bereich der Bergstation. Die Lage der Talstation und der Bergstation sowie die Seilbahntrasse blieben unverändert.

Zeitliche Planung

Die Umbaumaßnahme soll laut RP im September und Oktober 2020 durchgeführt werden. Dazu ist der Einsatz eines Spezialhubschraubers geplant, der die Masten aus der Luft montiert.

Zusätzlich sind Vorarbeiten auf der Strecke und im Bereich der Talstation notwendig, die im Mai beziehungsweise im September/Oktober 2019 durchgeführt werden sollen.

Die Unterlagen zum Verfahren können ab dem 18. März auch beim Regierungspräsidium Tübingen, Konrad-Adenauer-Straße 20, 72072 Tübingen, Zimmer N 239, eingesehen und auf der Internetseite des Regierungspräsidiums abgerufen werden.

Bis zwei Wochen nach Ende der Auslegungsfrist können bei der Gemeinde Dotternhausen oder beim RP Einwendungen gegen das Vorhaben erhoben werden.

Die Träger öffentlicher Belange und Verbände können Stellungnahmen abgeben. Nach Ablauf der Einwendungsfrist wird das RP die Anregungen und Bedenken auswerten und gegebenenfalls in einem Erörterungstermin mit den Einwendern und Trägern öffentlicher Belange erörtern.

Die Belange der Natur und Landschaft würden im Landschaftspflegerischen Begleitplan berücksichtigt und erforderliche Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege erarbeitet, schreibt die Tübinger Behörde.

Holcim nimmt Stellung

Die frühe Öffentlichkeitsbeteiligung zu diesem Projekt habe Holcim im Juni 2018 im Rahmen der Dialogveranstaltung durchgeführt, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Der Scopingtermin fand im August 2018 im Regierungspräsidium Tübingen statt.

Die Seilbahn, mit der Holcim den für die Zementproduktion wichtigen Rohstoff Kalkstein vom Plettenberg ins Tal transportiert, präge das Zementwerk.

Daran wird sich auch nichts ändern. Die Seilbahntrasse werde dieselbe bleiben und auch die Berg- und Talstation würden bleiben – wenn auch im Inneren völlig neu ausgebaut, führt Holcim aus.

Das Novum sei, dass die Seilschwebebahn nach Personensicherheitsstandard gebaut wird und es dadurch möglich sei, dass die Kalksteinbruchmitarbeiter täglich mit der Personenkabine der Seilbahn auf den Berg und wieder ins Tal kommen.

Die Leistung der Seilbahn werde höher sein als bislang, so dass Holcim ohne Wochenend- und Feiertagsarbeiten auskommen wird, so das Unternehmen. Die Produktionsmenge im Gesamten werde dadurch nicht gesteigert.

Die Arbeiten und Inbetriebnahme sind für den Herbst 2020 vorgesehen. Die Bauzeit des Projektes werde acht Wochen in Anspruch nehmen. Die B27 als wichtige Verkehrsachse werde von den Arbeiten nicht beeinträchtigt werden.

Werksleiter Dieter Schillo: „Wir investieren 10 bis 12 Millionen Euro in die neue Seilschwebebahn, mit dem Effekt der höchstmöglichen Sicherheit mit einem leiseren und effektiveren Betrieb – ohne Wochenend- und Feiertagsarbeit.“

Die Abbaumenge auf dem Plettenberg bleibe unverändert – Ofen- und Produktionskapazität bleibe dieselbe. Ebenso werde die Bremsenergie der Seilbahn in Strom umgewandelt. „So wie wir es heute schon tun“, so Schillo.

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Plettenbergabbau.

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