Karlsruhe, 06.10.2017

Abstieg der Lizenzmannschaft verändert Situation

Die U 23 des Karlsruher SC muss mit bescheidenen Mitteln und einem dünn besetzten Kader auskommen.

Nach dem Abstieg der Profis in die 3. Liga hatte die U 23 des Karlsruher SC im Frühjahr lange auf dem Prüfstand gestanden. Sollte das Perspektivteam für die Fußball-Oberliga abgemeldet werden oder nicht?

Die Stuttgarter Kickers hatten es nach ihrem Abstieg in die Regionalliga so gemacht – und die zweite Mannschaft aus der Oberliga zurückgezogen. Also abmelden oder nicht? Die Entscheidung zog sich hin, für Stefan Sartori dauerte sie zu lange. Die Hängepartie wertete der damalige Trainer nicht gerade als Zeichen der Wertschätzung. Der Ex-Profi des SC Freiburg, der 2014 vom U 19- zum U 23-Trainer berufen worden war, gab seinen Rücktritt bekannt – da hatte das KSC-Präsidium schon entschieden, die U 23 am Leben zu erhalten.

Auf Sartori ist das Duo Zlatan Bajramovic und „Co“ Balligh Karrouchy gefolgt. Bajramovic, welcher schon für St. Pauli, Schalke 04 und den SC Freiburg in der Bundesliga spielte, war zuvor Co-Trainer der Profis gewesen. Sartori machte indessen selbst einen Karrieresprung: Seit Mitte September ist er als Assistent von Martin Schmidt tätig, der beim Erstligisten VfL Wolfsburg die Trainernachfolge von Andries Jonker übernahm.

Statt sie abzumelden, hat die Vereinsführung des Ex-Bundesligisten bei der U 23 den Rotstift angelegt. Man schickte ein „Low-Budget-Team“ in die neue Saison. Mehr als das: „Wir haben einen Mini-Kader von nur 13 Spielern“, sagt Karrouchy. Zwölf Fußballer verließen den Verein im Sommer, nur drei „Neue“ konnte man an den Wildpark locken. Die Ziele: „Durch den Abstieg der Lizenzmannschaft hat sich unsere finanzielle, personelle und auch strukturelle Situation schlagartig verändert“, so Karrouchy weiter, „wir möchten die Klasse halten. Ehrgeizigere Ziele wären aufgrund der aktuellen Situation vermessen.“ Dennoch – oder vielleicht gerade deswegen – sei man der Überzeugung, „die spannende Aufgabe erfolgreich zu bewältigen“.

Bisher schlägt sich die KSC-Zweite ordentlich. Zwar gab’s vor Wochenfrist gegen Aufsteiger SGV Freiberg eine knappe 2:3-Heimniederlage, dennoch rangiert Karlsruhe nach drei Siegen aus neun Spielen immerhin auf Oberliga-Platz 13. Auch deshalb sieht Karrouchy seine Elf im morgigen Gastspiel (15.30 Uhr) bei der TSG Balingen als Außenseiter. „Die TSG ist seit zehn Jahren fester Bestandteil der Liga und hat es geschafft, sich in den letzten Spielzeiten beständig in die vordere Region der Tabelle zu spielen“, sagt er. Der KSC-Coach fügt hinzu: „Außerdem haben sie mit Ralf Volkwein einen erfahrenen Trainer, der fast genauso lange im Verein tätig ist und die Mannschaft hervorragend kennt.“ Für Karrouchy Anzeichen dafür, „dass bei der TSG strukturell nachhaltig mit jungen Spielern gearbeitet wird. Die TSG wird sicherlich auch diese Runde wieder lange ein Wörtchen im Titelkampf mitreden.“

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