Radwege versinken im Wasser

Überschwemmungen in Balingen jedoch weniger schlimm als befürchtet

Balingen, 08.12.2010 von Klaus Irion

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Der viele Regen und das warme Tauwetter erhöhten gestern im Kreis das Hochwasserrisiko. Trotz der Warnungen ist aber alles unter Kontrolle. Die Überschwemmungen halten sich in Grenzen.

Das viele Wasser der letzten beiden Tage kam nicht nur von oben als Regen, sondern auch durch das Tauen der angesammelten Schneemassen. Schuld sind die warmen Temperaturen. War es paar Tage davor mit Minusgraden im zweistelligen Bereich eisig kalt, so gab es die letzten beiden Tage eher milde Temperaturen und Regen. Das erhöhte die Hochwassergefahr.

Balingens Bauhofbetriebsleiter Marc Pfeilmayer sieht es gelassen. „Alles ist im Griff und im Rahmen.“ Überflutungen im öffentlichen Bereich betrafen vor allem die Radwege – besonders entlang der Flüsse und Bäche. Die Eyach selbst hatte gestern einen Höchstpegelstand von 1,55 Meter, dieser fiel aber beim Nachlassen des Regens wieder ab. Beim Messegelände und in der Innenstadt standen die Radwegunterführungen komplett unter Wasser und waren somit gesperrt. Da es laut Pfeilmayer absehbar war, dass dort die Steinach und die Eyach über die Ufer tritt, sperrte der Bauhof diesen Teil des Radwegs schon im Vorfeld weiträumig ab. Zudem war der Radweg von Endingen nach Erzingen von Überschwemmungen betroffen. Pfeilmayer und seine Kollegen sind weiter in Alarmbereitschaft. Im Moment sei aber alles unter Kontrolle und es seien kaum Straßen betroffen.

Die Polizei hatte in Sachen Hochwasser nicht viel zu tun. „Die von der Einsatzzentrale gemeldeten Einsätze der Feuerwehr brauchten in keinem Fall das Eingreifen der Polizei“, erzählt Peter Mehler, Pressesprecher der Polizeidirektion in Balingen. Dennoch hätten er und seine Kollegen den Eyachpegel im Auge. Denn sollte er erneut steigen, steigt mit ihm auch die Wahrscheinlichkeit eines Polizeieinsatzes. Apropos Feuerwehr: „Wir hatten zwei, drei Einsätze wegen vollgelaufener Keller und wegen eines Schadens an einem Flachdach“, erklärt Balingens Stadtbrandmeister Joachim Rebholz. Mehr sei es nicht gewesen.

Auf Höhe von Dürrwangen waren Mitarbeiter der Straßenmeisterei Lautlingen damit beschäftigt, Abflusswege fürs Oberflächenwasser vom schweren Schnee zu befreien. Denn das Wasser hatte bereits begonnen, sich einen Weg über die Bundesstraße 463 zu bahnen.

Ebenfalls ein Problem, nicht nur beim morgendlichen Schippen, ist der nasse und damit sehr schwere Schnee auf den Bäumen. Auf der Straße eher lästig, ist er hoch oben eine Gefahr für Natur und Mensch. Michael Kauffmann, Leiter des Forstamtes für den Bereich Balingen, gibt allerdings Entwarnung. Der Schneebruch sei nicht so schlimm wie befürchtet und habe im Wald keinen großen Schaden angerichtet. „Wir haben Glück, dass der Boden nicht gefroren ist“, meint Kauffmann. So sei das viele Wasser weiter ins Erdreich geflossen, ohne große Überschwemmungen anzurichten.

„Alles kein Grund zur Panik“, sagt Sabine Geiser vom Landratsamt in Balingen. Bei dem Hochwasser handele es sich um nichts Ungewöhnliches. Die Situation werde trotzdem ernst genommen und weiter kritisch im Auge behalten. Man befürchte einen erneuten Anstieg des Pegels. Dennoch: „Die Prognosen sind so, dass wir heute Nacht ruhig schlafen können“, beruhigt Geiser.

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