Hechingen wird wachgeküsst
Theater Liberi verzaubert die Zollernstadt mit Dornröschen-Musical
Hechingen, 07.12.2010
Eine gut gelaunte Fee hüpft auf die Bühne des „Museums“. Gleich nimmt sie das Publikum mit auf eine Reise in die Märchenwelt und beginnt, die Geschichte des Dornröschens zu erzählen. So begann am vergangenen Samstag die neueste Theaterproduktion des Kindertheaters Liberi: „Dornröschen – Das Musical“.
Die Geschichte des Grimmschen Märchens kennt vermutlich jeder: Ein Königspaar bekommt ein Kind, und fast das ganze Volk freut sich mit ihm über die kleine Tochter. Es soll ein Fest geben, auf dem die Geburt gebührend gefeiert wird. Doch nicht jeder gönnt dem Paar das Glück. Die böse Fee belegt den Nachwuchs, aufgrund eigener Enttäuschung, mit einem Fluch: Die Prinzessin soll sich an ihrem 16. Geburtstag an einer Spindel stechen und dadurch in einen 100-jährigen Schlaf fallen.
Im Musical wurde das Märchen etwas abgeändert, was es aber nicht minder bezaubernd und unterhaltsam machte: Nach dem ausgesprochenen Fluch nimmt die gute Fee Annabel die kleine Prinzessin Rosalie mit zu sich in den Wald, damit sie dort möglichst weit entfernt von den bösen Einflüssen der Zauberin aufwachsen kann.
Kurz vor ihrem 16. Geburtstag trifft sie ihren (Traum-)Prinzen - Liebe auf den ersten Blick. Doch das Glück wehrt nicht lange und der Fluch wird zum Schicksal. Dornröschen sticht sich an besagter Spindel und fällt in einen tiefen Schlaf, ehe sie am Ende vom Prinzen mit einem zärtlichen Kuss wieder erweckt wird. Das klassische Happy-End.
„Dornröschen“ ist bereits die zweite erfolgreiche Produktion des Theaters Liberi, das im Jahr 2008 gegründet wurde und ganz und gar nicht alltäglich daher kommt. Nicht nur die geistreichen und dennoch kindgerechten Interpretationen überzeugten, sondern auch Musik, Kostüme und Bühnenbild.
Die Musik der beiden Komponisten Christian Becker und Christoph Kloppenburg ist ein gelungener Mix aus klassischer Musicalmusik und kindergerechter Theatermusik. Auch das Bühnenbild überzeugte durch viel Phantasie und verstärkte das Gefühl beim Publikum, sich in einer echten Märchenwelt zu befinden, die von Sebastian Schlecht entworfen wurde. Die Kostüme von Annette Pfläging und Eva-Maria Lander erledigten den Rest.
Regisseur Helge Fedder schaffte es, das ganze Potpourri in ein gelungenes Ganzes zu verwandeln und nicht nur Dornröschen-Darstellerin Katharina Felschen ins rechte Licht zu rücken.
Die zwei Stunden vergingen wie im Flug und am Ende dankte das Publikum mit viel Applaus.
