Mit Spikes auf der Schuhsohle

Austräger kämpfen gegen Schneeberge und Eisglätte – „So schlimm wie noch nie“

Balingen, 04.12.2010

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„So schlimm wie dieses Jahr war es noch nie“, sagen Inge und Werner Luppold. Das Ehepaar trägt den ZOLLERN-ALB-KURIER in Balingen aus. Glatteis und Schneeberge machen sogar ihnen im „Flachland“ zu schaffen.

Der Bezirk des Ehepaares liegt in der Innenstadt und beim Schulzentrum. Auf die Frage, wie es zurzeit mit dem Austragen laufe, meint Inge Luppold nur lachend: „Schlecht!“ Bei den Luppolds klingelt der Wecker sechs Tage die Woche um halb vier. Nach einem Frühstück geht es los. „Derzeit ist oft noch nicht gebahnt und wir müssen regelrecht durch den Schnee stampfen“, erzählt die Rentnerin. Da täten einem oft die Füße weh. Auch die Schneehaufen am Straßenrand seien ein Problem, weil sie öfters die Straßenseite wechseln müssten. „Ich bin diesen Winter schon zweimal gestürzt.“, klagt Inge Luppold. „Wenn es an einem Tag taut und über Nacht wieder schneit, sieht man gar nicht, wo es auf dem Bürgersteig glatt ist.“ Um dieser Gefahr zu entgehen – schließlich kann man sich bei so einem Sturz ja auch verletzten – montieren ihr Mann und sie sich jetzt Spikes an ihre Schuhsohlen. Und auch sonst gibt es kleidungstechnisch einige Umstellungen für die Beiden: Lange Unterhose, Handschuhe, Mütze und Schal sollen den morgendlichen Weg erträglich machen. „So dick eingepackt, frieren wir dann eigentlich nie. Wir sind ja auch die ganze Zeit in Bewegung.“, meint Werner Luppold. Die Handschuhe würden aber auch ein Problem mit sich bringen: „Wenn wir Prospekte haben, kann man die mit den Handschuhen gar nicht richtig einzeln greifen.“, erzählt er weiter.

Des Weiteren müssten sie auch früher aufstehen, weil das warm Einpacken einfach länger dauert. Zudem müssten sie früher starten, „weil wir bei diesem Wetter einfach länger für die ganze Strecke brauchen“, sagt der Austräger. Normalerweise seien sie etwa eineinhalb bis zwei Stunden unterwegs, bei diesen Witterungsverhältnissen würden sie es jedoch nicht so schnell schaffen. „Man kommt eben schlecht vorwärts, das ist das Problem“, erklärt das Ehepaar. Das kostet sie jeden Morgen eine gute halbe Stunde.

Die Schneeberge und schlecht gebahnten Wege stellen noch ein weiteres Hindernis dar: Die Austräger müssen ihre Zeitungen auf dem Arm zu den Briefkästen tragen, denn ihr „Wägele“ mit der schweren Last bleibt im Schnee stecken. „Für uns kam der Schnee einfach zu früh. Aber da müssen wir jetzt durch, schließlich wird es ja auch wieder anders. Im Sommer ist es immer sehr schön!“, meint Inge Luppold zuversichtlich.

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