Kleiner Verein mit großer Kraft

Die Wanderfreunde Heinstetten haben ihren Rast- und Grillplatz neu gestaltet

Messstetten-Heinstetten, 19.11.2010 von Volker Schweizer

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„Die Vereine schaffen zusammen, das ist schön“, schwärmt Richard Wagner, der Vorsitzende der Wanderfreunde Heinstetten.

Hilfe muss „sein“ Verein aber nur selten in Anspruch nehmen. Obwohl die Wanderfreunde gerade noch 46 Mitglieder zählen, der Altersdurchschnitt 70 Jahre beträgt, heißt die Devise: „Selbst ist der Mann“. Richard Wagner kann sich auf den harten Kern verlassen. Dass der Zusammenhalt stark ist, zeigt das jüngste Beispiel. Die Wanderfreunde haben den Rast- und Grillplatz Rammelloch auf Vordermann gebracht.

Den Platz, der idyllisch in Richtung Schönfeld liegt, gibt es seit Ende der 1970er-Jahre. Dafür mussten die Vereinsmitglieder in der Vergangenheit ganz schön viel schuften. Zuerst haben sie die gesamte Fläche gerodet und eingeschottert. Mit Holz aus dem Gemeindewald entstanden dann die Tische, Bänke und die Hütte. 1989 erweiterten die Wanderfreunde ihr Domizil um weitere vier Meter. Aktuell finden darin bis zu 35 Leute Platz.

Nun waren die Männer um Richard Wagner erneut fleißig. Damit Wanderer und Ausflügler ihre Grillwurst nicht mehr im Schatten essen müssen, wurden in Absprache mit dem Forstamt mehrere Bäume gefällt und eine Umzäunung angebracht. Neben dem Großreinemachen hobelte die Mannschaft auch die Tische und Bänke ab. Das Mobiliar steht zwar jetzt in der Hütte, was aber nicht heißen soll, dass im Winter der Platz verwaist ist. Ganz im Gegenteil. „Oft führen Winterwanderungen ins Rammelloch“, berichtet Richard Wagner. Auch hätten einige Vereine hier schon ihre Waldweihnacht gefeiert.

Obwohl der Platz schon von Vandalen heimgesucht wurde, haben die Wanderfreunde nie darüber nachgedacht, das „Heiligtum des Vereins“ aufzugeben. Sie verlangen nicht einmal Geld für die Nutzung des Geländes. Zwar würde sich Richard Wagner im Gegenzug über Spenden für die Instandhaltung freuen, was aber nicht oft vorkommt. „Die Jungen geben überhaupt nichts.“ Wichtig ist aber, dass sich Vereine, Gruppen oder Cliquen vorher anmelden. Rastplatzwart Gerhard Nepple schaut regelmäßig nach dem Rechten.

Die Wanderfreunde Heinstetten sind das ganze Jahr aktiv. Sie beteiligen sich unter anderem am Landschaftspflegetag der Stadt Meßstetten, übernehmen die Mäharbeiten im Gewann „Brunnen“ in Richtung Schwenningen, schneiden die Bäume auf den Streuobstwiesen und sammeln Altpapier. Und obwohl die Mitglieder, die aus Heinstetten, Albstadt, Weilstetten und Stetten a.k.M. kommen, schon einige Jährchen auf dem Buckel haben, werden fast an jedem Wochenende die Wanderstiefel geschnürt. Nicht nur in heimischen Gefilden, sondern auch im Schwarzwald oder im Zillertal.

Nur den Internationalen Wandertag richten die Heinstetter nicht mehr aus. Dafür, so Richard Wagner, sei der Verein überaltert, „Nachwuchs gibt es nicht“.

Gegründet wurden die Wanderfreunde Heinstetten am 21. November 1970. Kürzlich feierten sie ihr 40-jähriges Bestehen. Richard Wagner, der aus Bad Waldsee stammt und über seine Arbeit beim Bau des Bundeswehr-Bunkers den Weg auf den Heuberg gefunden hat, ist seit 1989 Vorsitzender. Schon in den ersten zwei Jahren hatte er Verantwortung übernommen, danach sein Schwiegervater Arthur Fritz. Kassiererin ist seit 40 Jahren Katharina Strobel.

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