Das Schottische an der Schwäbischen Alb

Winterlingen, 30.10.2010 von Holger Much

Anzeige
Gestern Abend ließ Ray Wilson in Winterlingen die Musik von Genesis aufleben, präsentiert vom ZOLLERN-ALB-KURIER. Privat ist der Ex-Genesis-Sänger bodenständig, liebt Musik, Schottland und die Alb.

Mit kultiviertem Dreitagebart und weich-rollendem „R“ gibt der Schotte Ray Wilson den Prototyp des modernen Highlanders ab, stimmt Stunden vor dem gestrigen Auftritt entspannt seine Gitarre im Flur der Festhalle und bietet dem Journalisten, der zum Interview erscheint, zuvorkommend den kostbaren Rest seines Kaffees an.

Am höflichen Wilson kann die Trennung von der Resttruppe von Genesis – Mike Rutherford und Tony Banks – nicht gelegen haben. Doch nach dem gemeinsamen Album „Calling all Stations“ 1997 ging es nicht weiter. Ob die offenbar teilweise nicht gänzlich harmonische Art der Trennung ihm, Wilson, nun nicht die Freude an den Genesis-Liedern vergälle, verneint dieser lächelnd.

Es seien vornehmlich „business-problems“ gewesen, die „Jungs von Genesis“ hätten sich sogar persönlich bei ihm entschuldigt, wie alles gelaufen sei. So sei er mit seiner Genesis-Zeit absolut im Reinen. Zudem liebe er einfach die Musik der Band und habe nun, auf vielfache Anfragen, diese Tournee gestartet, zumal Genesis selbst nie mit Orchester aufgetreten seien.

Wenn er nicht auf Tour ist, lebt Ray Wilson mit seiner Frau, einer Tänzerin, in Polen. „Es ist ne kleine Welt“ sagt Wilson, in zwei Stunden sei er mit dem Flieger in Schottland. Ein klein wenig vermisst er seine Heimat allerdings schon, sagt er, versteigt sich aber sofort zu dem charmanten Vergleich, die Alb sei mit ihrer frischen Luft und dem vielen Grün Schottland sehr ähnlich. Und die Schwaben seien, setzt er noch eins drauf, den Schotten doch schon recht ähnlich: Wir alle sind etwas „weird“, etwas seltsam, sagt er. Dies wiederum sollte er beurteilen können, denn Ray Wilson lebte ein Jahr in Stuttgart, wo er auch ein Album seiner Band „Stiltskin“ aufnahm. Zudem hatte er zu der Zeit auch noch ein „girlfriend from Ulm“, so dass ihm unsere Landschaft, der Menschenschlag und das Essen nicht nur nicht fremd, sondern sogar vertraut und lieb geworden ist.

In dem Moment kommt Bürgermeister Michael Maier, der sich zum Kistenschleppen nicht zu schade ist, und fragt, wo dieser Karton hin soll. So sind wir Schwaben und Schotten eben: Freundlich, bodenständig und ein bisschen „weird“.

Ray Wilson

Super sympatischer Bericht! *Daumenhoch*
Und das Konzert war auch genial!! :)
Heike am 31.10.2010 21:14:25
Kommentare dieses Artikels als Feed
Anzeige
Anzeige

PROBE LESEN

Der ZAK bei Facebook