Renaturierung läuft

Arbeiten wider das Hühnerbach-Hochwasser in vollem Gang

Balingen-Weilstetten, 19.10.2010 von Klaus Irion

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Das nächste Hochwasser kommt bestimmt. In Weilstetten haben nun die Schutzmaßnahmen entlang des Hühnerbachs begonnen. Der Bau eines Retensionsbecken ist aber noch offen.

Auch in diesem Jahr ist die Eyach wieder einmal über die Ufer getreten. Abgesehen davon, dass ein Teil des innerörtlichen Radwegs hatte gesperrt werden müssen, hielten sich die Folgen in Grenzen. Glücklicherweise handelte es sich nicht um ein so genanntes hundertjähriges Hochwasser, also um eines, dass in seiner Wucht im Durchschnitt nur einmal in hundert Jahren vorkommt.

Genau auf solch einen Fall aber sind die Arbeiten ausgerichtet, die nun in Weilstetten begonnen haben. Wer den dortigen Zufluss der Eyach, den Hühnerbach beziehungsweise Dorfbach dieser Tage begutachtet, kann sich das Ausmaß eines Hochwassers kaum vorstellen. Einem Rinnsal gleich „schleicht“ das bisschen Wasser in Richtung Eyach. Die Bauarbeiten auf Höhe der Erddeponie „Hölderle“ sprechen aber eine andere Sprache. Entlang der B 463 zwischen der Ausfahrt Frommern und der Ausfahrt Weilstetten wird unterhalb der Erddeponie „Hölderle“ massiv gebaggert.

In diesem Bereich war der Hühnerbach bislang verdolt, ehe er hinter dem Kieswerk Strobel in die Eyach mündete. Mit dem jetzigen Freilegen des Baches werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zum einen hat der Bach künftig mehr Freiraum, zum anderen kommen die Verantwortlichen aber auch einer Kanalsanierung zuvor. Denn die Rohre hatten sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr in desolatem Zustand präsentiert. Veranschlagt hat man die gesamten Arbeiten auf rund 1,5 Millionen Euro. Wobei darin auch die Kosten für ein sogenanntes Retensionsbecken in einer Wiese oberhalb der Firma „Hettich-Franke“ enthalten sind. „Das Becken würde bei Ereignissen unterhalb des 100-jährigen Hochwassers das meiste Wasser zurückhalten“, sagt Balingens Tiefbauamtsleiter Eduard Köhler. Im schlimmsten anzunehmenden Fall wäre aber auch das Becken zu klein. „Es könnte aber immerhin noch als Puffer dienen und die Wassermassen, die von der Alb herunterfließen, für 30 bis 45 Minuten zurückhalten“, so Köhler.

Ob das Becken aber überhaupt gebaut wird, steht derzeit noch in den Sternen. Die Stadt Balingen und der Grundstücksbesitzer konnten sich bislang noch nicht einigen. Laut dem Tiefbauamtsleiter wird von Seiten der Stadt derzeit geprüft, „inwieweit eine geringfügige Verschiebung des Bauwerks möglich wäre“.

Während also in Weilstetten kräftig renaturiert wird, lassen die Hochwasserschutzmaßnahmen in Heselwangen im Bereich des Wohngebiets „Luß“ noch auf sich warten. Man wollte das Abernten eines Maisfelds abwarten, was inzwischen geschehen ist. Noch dieses Jahr soll überschüssiges Wasser von unterhalb des Hirschberghofs zur Hirschbergstraße hin geleitet und dort in einem Becken gesammelt werden. Eine unterirdischer Abfluss in Richtung Reichenbach war aus Kostengründen verworfen worden.

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