„Stoppen Sie den Wahnsinn!“

Gemeinderat Karl-Heinz Koch schreibt Gefängnis-Protestbrief an Ministerin Gönner

Schömberg/Stuttgart, 13.10.2010 von Klaus Irion

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„Stoppen Sie den Wahnsinn!“ Mit einem eindringlichen Appell will der Schömberger Gemeinderat Karl-Heinz Koch Umweltministerin Tanja Gönner zum Einlenken in Sachen Großgefängnis bewegen.

Die Entscheidung ist getroffen. Die Stadt Rottweil hat nach dem fast einstimmigen Votum für ein Gefängnis vor den Toren Schömbergs, dem Land Baden-Württemberg den Weg für das Jahrhundert-Bauprojekt geebnet. Doch noch wollen sich die Gegner des Vorhabens nicht geschlagen geben. In unterschiedlichster Weise, auf unterschiedlichsten Ebenen kämpfen sie weiter für den Erhalt des Bitzwaldes und um eine Suche nach Alternativstandorten.

Schömbergs Gemeinderat Karl-Heinz Koch (Freie Liste) hat den direkten Weg nach Stuttgart gewählt. In einem zweiseitigen Schreiben an Umweltministerin Gönner schildert Koch noch einmal ausführlich seine Naturschutz-relevanten Bedenken und erinnert die Ministerin an eigene Aussagen, die er ihr in mehreren Artikeln aus dem ZOLLERN-ALB-KURIER mitgesandt hat. So habe Gönner unter der Überschrift „Im Land wird weniger Natur zugebaut“ gelobt, „dass sich der Flächenverbrauch seit den 70er Jahren (25 ha/Tag) auf nunmehr 7ha/Tag verringert hat“. Dass dies aber, so Gönner „noch kein Grund zum Jubeln ist“.

Doch geht Koch noch über die rein auf Naturschutz-Gründen aufgebaute Argumentationskette hinaus. Stößt noch einmal die Debatte um frei werdende oder bereits frei gewordene Militärstandorte an und nennt dabei die Eisberg-Kaserne in Nagold, das ehemalige Nato-Gelände beziehungsweise das aufgegebene Munitionsdepot in Empfingen und die Fliegerkaserne zwischen Mengen und Hohentengen. „Alle 3 (4) Standorte verfügen bereits über die notwendigen Infrastruktureinrichtungen und könnten umweltverträglich umgebaut werden“, meint Koch.

Und dann ist da ja auch noch die kreisübergreifende Zusammenarbeit zwischen Oberem Schlichemtal und Rottweil. „Die Stadt Rottweil tritt das bisherige nachbarschaftliche Verhältnis zu den Gemeinden des Oberen Schlichemtals mit Füßen. Das Land sollte hier nicht die passenden Schuhe dazu bereitstellen“, lässt der Schömberger die Ministerin wissen.

Abschließend warnt Koch vor einem zweiten Stuttgart 21 und gibt gleich noch eine regionale Wahlprognose für die Landtagswahl im kommenden März ab. „Das Obere Schlichemtal, beziehungsweise der Zollernalbkreis sind eine traditionelle CDU-Hochburg. Dieses ist jedoch im Begriff sich zu ändern, hält das Land weiter am Standort Rottweil fest.“

Knast

Warum wird der Knast nicht im Pulverloch gebaut? Waere doch optimal, mit geringem Aufwand koennten die Raumlichkeiten dort fuer den Vollzug umgebaut werden und es herrscht eine natuerliche Grenze drumherum. Mit Zaun drum herum und ein paar Wachtuermen koennte es so ausbruchsicher sein wie Alcatraz. Es gibt sicher auch viele Altlasten dort, die dann von den Gefangenen beseitigt werden koennten.
Knastgegner am 29.10.2010 00:48:55

Schiefertagebau

Ein optimaler Platz und gar nicht weit weg vom Blitzwäldle wäre doch die Schiefertagebaufläche in Dormettingen. Da die Schieferschicht ja abgetragen wurde, gibt es keine geologischen Hindernisse mehr für ein Großprojekt. Zudem wäre das industriefreundlich und würde der Fa. Holcim die Renaturierung ersparen.
Oli am 13.10.2010 11:42:52

Antwort auf Schiefertagebau

Hier schreibt wohl eher ein geistiger Tiefflieger... @Oli, angenommen, Du hättest eine Firma und man würde Dir in den Garten Deiner Firma ein Gefängnis bauen. Das wäre ungefähr so wie Dein Vorschlag.
Herr schmeiss Hirn ra am 15.10.2010 11:30:09

Unintelligente Antwort

Wo ich Sie fliegen sehe, das erwähne ich mal gar nicht.
Die Tagebaufläche gehört nicht Holcim, sondern die haben da lediglich eine Abbaukonzession. Nach erfolgter Ausbeutung des Schiefervorkommens haben die auch keinen Anspruch mehr darauf. Schon da hinkt ihr Vergleich. Sehen Sie sich den Bruch mal an, da ist massig Platz, auch mit Abstand zum Werksgelände.
Wetten Sie wohnen in Dormettingen und fürchten um Ihr eigenes Vorgärtchen. Es geht Ihnen gar nicht um das Wäldle oder um Umweltschutz, sondern um Ihre diffuse Angst vor den "eingebuchteten Gangstern".
Oli am 17.10.2010 14:19:11

Kosmetiksalon

Na Ihren Garten würde ich gerne mal anschauen. Sieht der echt aus wie der Schieferbruch?
An diesem Standort müsste kein Wald weichen - und um das geht es doch.
schaffartzyk am 17.10.2010 14:05:55
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