MMW: Zurück in seinem Revier
Stuttgart, 12.10.2010
Mit neuem Songmaterial im Rücken ist er wieder hier, in seinem Revier. So auch in der Stuttgarter Schleyerhalle am Sonntagabend als krönender Abschluss des Cannstatter Wasens sozusagen. Denn während draußen vor den Türen langsam das bunte Treiben zum Erliegen kam, setze der mittlerweile 61-Jährige zu neuen Höhenflügen an.
Zur Prime-Time hob sich der Vorhang und die Band legte richtig los. Westernhagen tigerte dabei wie ein hungriges Tier von einer Seite der Bühne auf die andere, mit bewährt heiser klingender Stimme servierte er gleich zu Beginn den "Jesus". Ein von den rund 8000 Fans heiß ersehnter Auftakt zu einem Konzertabend, der es in sich hatte. Denn das Mammutprogramms umfasste 26 Lieder aus seiner Karriere, zu Beginn vor allem neues Material vom Album "Williamsburg".
Dass er noch lange nicht die "Schnauze voll" hat vom Musik machen, war schnell klar. Rockiger und mit mehr Blues kämpfte sich der Rebell von einst durch den Abend, heizte an und sprühte vor Energie. Eine Energie, die das Publikum nur zeitweise zurück gab. Vor allem bei seinen Klassikern wie "Sexy", "Willenlos" und "Wieder hier" kamen die Besucher besser auf Touren. Und spätestens bei seinen Hymnen "Freiheit" und "Johnny Walker" gab es kein Halten mehr und harmonisch endete mit dem zweiten Zugabeblock die zweieinhalbstündige Show.
Als besonderes Schmankerl erwies sich der Titel "Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz". Den sang Westernhagen nämlich nicht allein. Er erhielt Unterstützung von der Schwäbischen Alb. Hansi Graf aus Stetten am kalten Markt hatte im Vorfeld das Duett mit ihm ersteigert. Damit hat sich der gestandene Schwabe, der sich übrigens sehr für die Haiti-Opfer einsetzt, einen großen Traum verwirklicht.
