„Visionen“ kommen an
Mehr Schüler als erwartet zum Start der Bildungsmesse in Balingen
Zollernalbkreis, 08.10.2010 von Klaus Irion
Da sage noch einer, Schüler hätten kein Benehmen mehr. Beinahe schon andächtig lauschten gestern mehrere hundert von ihnen den Worten von Sylvia Wilhelm und Christian Schäfer. Die beiden Berufsberater erläuterten locker-flockig die Möglichkeiten, „die sich euch auf dem Weg ins Berufsleben bieten“.
Zeitgleich bot sich jenseits der Wand ein ganz anderes Bild. Wuselige Geschäftigkeit, Fachgespräche an den Ständen der teilnehmenden Firmen und Innungen. Kurzzeitig war es für manch einen Anwesenden schwer, im dichten Gedränge den Überblick zu behalten. „Das Problem war, dass zum Visionen-Auftakt viel mehr Schüler gekommen sind, als wir dachten“, erklärte Jasmin Erath von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Zollernalbkreises. (WfG). Was einerseits ja mehr als erfreulich ist, aber auch einige logistische Probleme aufwarf. Dabei hatte das Team um WfG-Chefin Silke Schwenk im Vorfeld minutiös den Ablaufplan vorbereitet und an alle Schulen im Landkreis verschickt. Fünf Besuchergruppen à 350 Schüler waren auf den ganzen Tag verteilt vorgesehen. „Das Problem war aber, dass einige Schulen dann unangemeldet nach Balingen gekommen sind“, so Erath. Am Ende aber fanden dann doch alle zueinander. „Und das war nicht zuletzt auch ein Verdienst des Schulleiters des Gewerblichen Schulzentrums Balingen, Eugen Straubinger“, lobte Silke Schwenk beim offiziellen „Visionen-Empfang“ im Stadthallen-Restaurant „Hirschgulden“. Dort hatten sich Kommunalpolitiker, Vertreter der Kreishandwerkerschaft, der Betriebe, der Veranstaltungs-Sponsoren, des Staatliche Schulamts und einiger Schulen eingefunden. In Vertretung von Landrat Günther-Martin Pauli hieß der Erste Landesbeamte Matthias Frankenberg „alle Gäste auf unserer Bildungsmesse willkommen“. In der heutigen Zeit sei es wichtiger denn je, die jungen Leute gut auszubilden. Wobei es damit nicht getan sei. „Wir müssen Sorge tragen, dass die ausgebildeten Fachkräfte anschließend auch bei uns im Kreis bleiben.“ An Bewerbern für Handwerksberufe herrscht im Zollernalbkreis kein Mangel. Das bestätigten gestern Vertreter der unterschiedlichsten Innungen. Das heiße aber nicht, dass auch alle Ausbildungswilligen reif für eine Lehre seien. Pragmatisch sieht das Kreisjugendpfleger Andelin Hotkovic, der sich gestern auch ein Bild von der Messe machte. „Wichtig ist, dass möglichst viele junge Menschen von der Straße kommen. Denn wer arbeitet, kommt nicht anderweitig auf dumme Gedanken.“
