Die Optimisten liegen vorne
IHK-Konjunkturumfrage: 38 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut
Zollernalbkreis/Reutlingen, 07.10.2010
Die konjunkturelle Lage in der Region Neckar-Alb hat sich im Herbst 2010 zum dritten Mal in Folge verbessert. Rund 38 Prozent der heimischen Unternehmen beurteilen laut IHK-Umfrage ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“. Lediglich ein Zehntel sieht sie als „schlecht“ an. Die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung liegen wie schon im Frühsommer auf hohem Niveau: 47 Prozent der Firmen gehen optimistisch in die kommenden zwölf Monate, neun befürchten eine Verschlechterung.
„Die Talsohle ist durchschritten. Der Aufschwung erreicht immer mehr Unternehmen“, bewertet IHK-Präsident Christian O. Erbe das Ergebnis der aktuellen Umfrage. Das zeige auch der Konjunkturklimaindex. Er steigt auf 133 Punkte. Dies sind 13 mehr als bei der vorherigen Umfrage. „Die bisherigen Spitzenwerte aus 2006 und 2007 sind nicht mehr weit entfernt“, so Erbe.
Zum Zugpferd der Konjunktur hat sich die Industrie entwickelt. Waren im Frühsommer noch rund 25 Prozent zurückhaltend, sind es jetzt nur noch elf Prozent. Die meisten Branchen haben das Ende der Krise erreicht. Lediglich im Hotel- und Gaststättengewerbe sind die Betriebe noch etwas verhalten. Ebenfalls ein gutes Zeichen: Fast vier von zehn Unternehmen planen höhere Investitionen. Ein Drittel erwartet zudem steigende Exporte, in der Industrie ist es fast die Hälfte. Inzwischen plant ein gutes Viertel der Betriebe, den Personalbestand zu erhöhen. Gleichzeitig ist die Kurzarbeit deutlich zurückgegangen. „Beides zusammen gibt uns den Hinweis, dass der Aufwärtstrend stabil verlaufen wird“, sagt der IHK-Präsident. Die Arbeitsmarktdaten aus dem zweiten Quartal stützen dies: Die Landkreise Reutlingen, Tübingen und Zollernalb verzeichneten in diesem Zeitraum fast 2 000 Arbeitslose weniger.
In der Industrie sind immer mehr Unternehmen mit ihrer Lage zufrieden. 35,5 Prozent bezeichnen ihre Lage als „gut“, 11,4 Prozent als „schlecht“. Einen Umsatzrückgang musste nur noch ein Zehntel der regionalen Industrie verkraften (Frühsommer: rund 25 Prozent). Dagegen erzielten sieben von zehn Industriebetrieben höhere Umsätze. Auch die Aufträge werden mehr: 57 Prozent verzeichnen ein Plus, nur 6 Prozent ein Minus. Nachdem sich mit Beginn des Frühlings die Situation am Bau saisonal bedingt aufgehellt hatte, setzt sich diese positive Entwicklung im Sommer fort. Vier von zehn befragten Unternehmen sehen ihre derzeitige Geschäftslage positiv. Ein Achtel ist nicht zufrieden. Die Bauproduktion hat aktuell zwei Gesichter: 32 Prozent geben einen Anstieg an, 24 Prozent einen Rückgang.
Die Einschätzung der Einzelhandelsunternehmen hat sich verbessert: 29 Prozent sehen eine gute Situation, 71 Prozent sagen „befriedigend“. Fast die Hälfte aller Einzelhändler vermeldet steigende Umsätze. Im Großhandel sind 47 Prozent der Unternehmen zufrieden. Zudem erzielten 58 Prozent ein Umsatzplus. Von einer weiteren Verbesserung ihrer Geschäfte gehen 49 Prozent der Großhandelsunternehmen sowie 43 Prozent der Einzelhändler aus.
Insgesamt 62 Prozent der IT-Dienstleister sehen ihre Lage positiv. Nicht ganz so überschwänglich sind Firmen, die Dienstleistungen für Unternehmen wie etwa Beratungsleistungen erbringen. Von diesen befinden 40 Prozent ihre Lage für gut. Bei Banken und Finanzdienstleistern ist die Hälfte mit der aktuellen Situation zufrieden, drei von zehn erwarten eine weitere Besserung.
An der Umfrage hat sich eine repräsentative Auswahl von 394 Unternehmen beteiligt.
