„Jedes Mal voll dabei“

Dr. Johannes Kiefner ist der neue Isinger Pfarrer auf Zeit

Rosenfeld-Isingen, 07.10.2010 von Rosalinde Conzelmann

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„Verwalten anstatt gestalten“ – so sieht Dr. Johannes Kiefner seinen Auftrag. Der 58-Jährige ist der neue Isinger Pfarrer auf Zeit. Er lebt in Tübingen und betreut die Pfarrgemeinde, bis ein neuer Seelsorger in das seit September leer stehende Pfarrhaus einziehen wird.

Seit dem Auszug von Pfarrer Manfred Plog nach Frommern steht das obere Stockwerk im Pfarrhaus leer. Nur das Büro im Erdgeschoss ist stundenweise belegt. Dr. Kiefner kennt den Zollernalbkreis bereits von früheren Vertretungen. Er arbeitete schon in den Pfarrgemeinden Tailfingen, Erzingen/Schömberg und zuletzt in Endingen. Bevor der Theologe sich dafür entschied, so genannte „bewegliche Pfarrstellen“ zu übernehmen, war er von 1995 bis 2002 Pfarrer in Hagelloch, davor acht Jahre lang Seelsorger in den Mariaberger Heimen.

Der gebürtige Heilbronner ist an seiner neuen Wirkungsstätte nicht nur für die Isinger Gemeindeglieder, sondern auch für die Binsdorfer und Erlaheimer zuständig. Er ist zudem als „Kindergarten-Pfarrer“ im Kirchenbezirk Balingen/Sulz im Fachbereich Kindergarten als Beirats-Vorsitzender tätig. Obwohl der Seelsorger nie lange an einem Ort bleibt und bei seinen Vertretungen „natürlich nicht viel verändern und gestalten kann“, wie er betont, ist er trotzdem „jedes Mal voll dabei“. Nur mit dem Namenmerken habe er manchmal seine Problem, fügt er lachend an.

Der neue Isinger Pfarrer ist nur noch zu 75 Prozent angestellt. „Diese Reduzierung übe ich gleich ein“, sagt Dr. Kiefner. Das bedeutet für die Kirchengemeinde, dass ihr Pfarrer auf Zeit in seiner Sieben-Tage-Woche zweieinhalb Tage keinen Dienst macht. „Ich habe montags und freitags frei“, sagt Kiefner. So müssen die Gläubigen nicht auf ihre Gottesdienste verzichten. Täbingens Pfarrerin Christine von Wagner ist noch in Elternzeit. Dr. Kiefner springt deshalb auch in Täbingen ein und hält dort den Sonntagsgottesdienst. Die beiden Pfarreien haben hier einen wechselnden Modus gefunden: „Im Oktober ist um 9 Uhr Gottesdienst in der Isinger Kirche, um zehn Uhr in der Täbinger Kirche, nächsten Monat ist es dann umgekehrt.“ In Binsdorf hält Dr. Kiefner immer am ersten Sonntag im Monat einen Gottesdienst ab. Immer mittwochs ist der Tübinger ganz in Isingen. Morgens hat er seine Sprechzeiten im Pfarrbüro, nachmittags hält er Konfirmandenunterricht ab. Auch bei den Seniorennachmittagen ist der 58-Jährige dabei.

„Isingen ist eine kleinere, überschaubare Gemeinde“, gibt er den Eindruck von seinen ersten Wochen wieder. „Es hat mich überrascht, wie viele hier mitdenken“, spricht er den Isingern ein Lob aus. Er arbeitet eng mit dem Kirchengemeinderatsvorsitzenden Jürgen Beckmann zusammen. Es gibt auch schon ein kleines, gemeinsames Projekt: Gemeinsam mit der Isingerin Verena Prappacher soll der Gemeindebrief „ein Gesicht bekommen“, wie Dr. Kiefner sagt. Verena Prappacher ist Buchautorin und hat auch schon eine Idee: Die Leser dürfen sich jetzt schon auf den „Bücherwurm von der Martinskirche “ freuen.

Derzeit verbringt Dr. Kiefner viel Zeit auf der Straße. Der zweifache Vater spielt in seiner Freizeit Handball in einem AH-Team und hat ein seltenes Hobby: Er handelt mit Postkarten und Briefmarken. Die Sammelleidenschaft hat ihm sein Vater vererbt.

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