Leserbrief

Zur Diskussion und Demonstration Stuttgart 21

Nicht dem Protest anschließen

05.10.2010

Man reibt sich die Augen über die Heftigkeit der Proteste gegen das Stuttgarter Bahnprojekt: S 21. Der Eindruck relativiert sich etwas, wenn man liest, dass die Stuttgarter – in protestierenden Teilen - auch gegen den Fernsehturm, gegen den Pragsatteltunnel, gegen die Liederhalle und jüngst gegen den Bau der Messe waren.

Welchen Standpunkt sollten wir als Bürger des Zollernalbkreises beziehen ? Sollten wir uns den protestierenden Stuttgartern anschließen? Ich meine, wir sollten dies nicht tun.

Unser Landkreis profitiert von diesem Großprojekt in folgender Weise wesentlich:

1. Die Bahnfahrzeit von Tübingen Hbf. nach Stuttgart Hbf. sinkt von 61 Minuten bzw. von 45 Minuten (Interregio 1 x pro Stunde) auf 41 Minuten und das mit jeder Zugart.

2. Statt der alten Fahrtroute durch das Neckartal (Bad-Cannstatt, Esslingen, Plochingen, Nürtingen) fährt unser Zug dann von Reutlingen über Nürtingen direkt zum Flughafen, dann zum Hauptbahnhof und schließlich ohne Umsteigen weiter in Richtung Heilbronn.

Daraus ergeben sich für uns Zollernalbkreisbürger diese Vorteile:

Die Bahnfahrtzeit zum Stuttgarter Hauptbahnhof verkürzt sich um 4 bzw. um 20 Minuten

Die Bahnfahrtzeit zum Flughafen verkürzt sich darüber hinaus um mehr als eine weitere halbe Stunde. Realistisch betrachtet, wird es jetzt erst für uns möglich mit der Bahn den Flughafen zu erreichen.

Fernpendler in den Norden Stuttgarts oder nach Heilbronn können bequem durchfahren.

Im Fazit, meine ich, dass das viele Geld, welches dieses Projekt zweifelsohne benötigt, nicht den Gewinn an Lebensqualität aufwiegt, den wir als Bürger der Schwäbischen Albregion genießen werden.

Oder in anderen Worten: Es ist es wert, die Bahnstruktur so zu verbessern, dass die vielen pendelnden Frauen und Männer, schneller Arbeit und Familie verbinden können, bzw. in vielen Fällen sogar ganz auf das Auto und damit auf die Staus um das chronisch verstopfte Tübingen herum verzichten können. Ich bin für S 21 !

Albert Sauter Eugen-Bolz-Straße 3, Balingen

S 21 bringt die Nostalgie zurück

Leider erwähnen Sie nicht, daß mit S 21 die Nostalgie der Dampflokzeit wieder auf der Strecke vom ZAK nach Stuttgart einkehrt.

Denn wie zu Zeiten der schwarzen Ungetüme werden alle Verbindungen vom ZAK in Tübingen ein Umsteigen bedingen, so daß der Vorteil der 4 bzw 20 Minuten Fahrzeitverkürzung wieder weg ist.

Dies ist bedingt dadurch, daß Diesel-Loks nicht in den S 21 - U-Bahnhof einfahren dürfen und eine Elektrifizierung der Strecke ZAK - Stuttgart ist nicht Teil des S 21- Konzepts.

Vorbei also die Zeiten des durchgehenden Interregio ..... - wenn das eine Verbesserung der Bahnstruktur ist ...
RL am 05.10.2010 12:46:52

Antwort auf S 21 bringt die Nostalgie zurück

RL, warum bekennen Sie sich nicht mit Ihrem Namen, zu dem was Sie sagen?
Ich bin auch oft von Balingen nach Stuttgart gefahren, dabei wurde die Lok gewechselt, wir mußten NICHT umsteiegen!
Josef Bujtor am 06.10.2010 00:15:52
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