Kloster: Sanierung beginnt nächstes Jahr
Nach jahrzehntelangem Anlauf: Fördermittel endlich bewilligt – Wortgefecht im Gremium
Albstadt-Ebingen/Margrethausen, 02.10.2010 von Holger Much
Endlich geht es los. Laut Mehrheitsbeschluss des Albstädter Gemeinderates wird das Kloster Margrethausen, sprich der mittlerweile mehr als heruntergekommene Teil im Besitz der Stadt, nun endlich saniert. Im kommenden Jahr soll es losgehen, freut sich auch Ortsvorsteher Peter Katona. Denn die Zustände in dem Gebäude, in dem auch das Margrethausener „Rathaus“ unter gebracht ist, sind mittlerweile mehr als grenzwertig. Der Putz bröckelt, die Fundamente sind brüchig, Unheil verheißend Risse ziehen sich durch die Decke des Ratssaales und Feuchtigkeit färbt das Mauerwerk dunkel.
Vor der Abstimmung gab es jedoch noch handfesten Streit im Gremium, als Maria Elisabeth Keppler (Freie Wähler), Gemeinderätin und frühere Pfeffinger Ortsvorsteherin ihre Zustimmung versagte, weil sie die Vorgehensweise der Verwaltung kritisierte. Das Engagement der Pfeffinger und Burgfelder Bürger in Sachen „Leader-Projekt“ sei einst nur ein Weg gewesen, um letztlich „Leader“-Fördergelder für das Kloster Margrethausen zu bekommen. Und während Pfeffingen und Burgfelden leer ausgegangen seien, bekomme Margrethausen nun den Zuschlag. Zudem kritisierte sie die mangelnde Einbeziehung des Gemeinderates und der Öffentlichkeit.
Baubürgermeister Rainer Mänder widersprach deutlich: Der Gemeinderat sei involviert gewesen. Dieser habe der Verwaltung 2003 den Auftrag gegeben, Fördergelder für das Kloster an Land zu ziehen und die Sanierung solange hintan zu stellen. Zudem handele es sich um zwei gänzlich getrennte Leader-Programme, die in keiner Beziehung zueinander stünden. Kepplers „Frust“ konnte Hubert Reinauer (FDP), Gemeinderat und Ortsvorsteher von Burgfelden, zwar nachvollziehen, finde die Argumentation „..wenn wir nix bekommen, bekommen die auch nix..“ falsch. „Schlimm und peinlich“ nannte Dr. Willi Merkel Kepplers Kritik.
Laut Martin Frohme stimmte die SPD zu, aber mit etwas Bauchschmerzen, da auch 1, 1 Millionen Euro in Zeiten solch historischen Kassenleerstandes ein großer Brocken sind. Die Aufteilung auf drei Jahre mache die Ausgabe „erträglich“. Fraktionskollege Markus Dapp hob die Möglichkeit positiv hervor, nun in einem Vorgang einerseits das Klostergebäude zu sanieren, andererseits der bisher sehr beengt hausenden Margrethausener Wehr größere und komfortablere Räume zu schaffen. Christiane Kasprik (ZUG) sprach sich für die Sanierung aus und war, genauso wie Markus Dapp, dafür, dass das Konzept mit den Bürgern und der Feuerwehr abgestimmt werde.
Klostersanierung ab 2011: Drei Schritte in drei Jahren
Das Kloster Margrethausen wird nun endlich saniert. Seit Jahrzehnten steht das Thema an, wurde immer wieder verschoben, auch und vor allem weil zu wenig Geld da war und keine Fördermittel zu bekommen waren. Nun wird die Klosteranlage, bestehend aus Kirche, Klausurgebäude und Einfriedungsmauer für 1, 7 Millionen Euro saniert. 606 775 Euro gibt es an Fördermitteln. Den Rest zahlt die Stadt. In drei Bauabschnitten, verteilt auf drei Jahre, wird der städtische Teil des Klosters gründlich saniert. Dabei, so die Vorgaben des Regierungspräsidiums Tübingen, muss sich die Gestaltung der Fassade an der Außenrenovierung des kirchlichen Teils orientieren.
Im ersten Jahr sollen Dach und Dachstuhl saniert werden und es erfolgt die Fassadensanierung. Zudem, erläutert Ortsvorsteher Peter Katona vor Ort, ist das Fundament an einigen Stellen sehr marode.
Im zweiten Jahr werden die Räume für die Feuerwehr vergrößert und modernisiert. Auch das Tor wird vergrößert, damit das neue Löschfahrzeug Platz hat. Im dritten Jahr soll dann der für den Fördermittelzuschlag unerlässliche Gemeinschaftsraum gestaltet werden und die große Wohnung im Besitz der as-Wohnbau in zwei Wohnungen aufgeteilt werden.
