Straße mit Fragezeichen
Busverbindung zwischen Bol und Langenwand: Bürger zücken Meterstab
Albstadt-Tailfingen, 02.10.2010 von Holger Much
Gemeinderätin Susanne Feil (Grüne) sprach das Thema am Donnerstag im Gemeinderat an. Auch der Stadtverwaltung lag ein entsprechender Brief von besorgten Bürgern vor:
Die neu erbaute Straße zwischen Bol und dem Baugebiet „Steig“ auf Langenwand, die sich offiziell „Bus- und Radwegverbindung“ nennt und genauso offiziell eben nur auch nur für Busse und Radfahrer geöffnet sein soll, ist fünf Meter fünfzig breit statt vier Meter fünfzig, wie ursprünglich geplant. Kritische Anwohner haben genau nachgemessen.
Dieses „Mehr“ an Straße sei, bemängeln die Bürger, ersten ein wesentlich höherer Landschaftsverbrauch als geplant und vermutlich auch mit höheren Kosten verbunden. Zudem dürfte die Sorge im Hintergrund lauern, dass eine nun breitere Straße eben doch einmal als „Schleichweg“ und „Rennstrecke“ zwischen Bol und Langenwand genutzt werden könnte. Schon heute sei es so, beklagten sich jüngst Anwohner im Gespräch mit dem ZOLLERN-ALB-KURIER, dass Mofas und Motorräder durch die einst ruhige Siedlung „Steig“ rasten würden. Auch mancher Autofahrer mache sich auf den Weg, um zu erkunden, ob man nicht doch bis zum Bol mogeln könne. Zudem stehe die Schranke, die sich per Funk nur Bussen (und im Notfall Krankenwagen) öffnen sollte, oft offen – jeder könne so hindurchfahren.
Auf Nachfrage erklärt Volker Maute, Abteilungsleiter Tiefbau, dass das Regierungspräsidium zwischenzeitlich auf 3,50 Meter für die Busspur bestanden hätte. Dafür verzichtete man auf die zunächst eingeplanten Randsteine – was den Bau sogar billiger mache. Daher seien es nun 5, 50 Meter geworden. Die Busspur wird vom Land zu zwei Dritteln bezuschusst. Gesamtkosten: rund 300 000 Euro. Bald würden auch die als Ausgleichsmaßnahme vorgeschriebenen Bäume gepflanzt. Nur das Anlegen eines Teiches sei in der Hanglage schwer. Man habe nun den Wasserlauf Richtung Bol naturnah gestaltet und werde sich alles mit Vertretern des Landratsamtes noch einmal ansehen.
Und wenn die Schranke wieder offen steht? „Uns bitte melden, damit wir danach schauen können“, bittet Volker Maute. Denn die Straße, so verspricht er, solle wirklich für den Autoverkehr gesperrt sein – und es auch bleiben.
