Zweikampf um den Chefsessel

Rund 250 Obernheimer informieren sich

Obernheim, 02.10.2010 von Volker Schweizer

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Gut eine Woche vor der Bürgermeisterwahl nutzten gestern Abend an die 250 Obernheimer die Möglichkeit, sich ein Bild von den beiden Bewerbern um das höchste Amt in der Gemeinde zu machen.

Obwohl in der Mehrzweckhalle nicht alle Plätze besetzt waren, wertete Bürgermeister Georg Maier die Resonanz als beachtlich. Der 59-Jährige geht Ende Dezember nach drei Amtsperioden in den Ruhestand.

Neugierig waren die Obernheimer vor allem auf Andreas Kusch. Denn während Josef Ungermann seit Wochen auf Stimmenfang geht, glänzte er in der Öffentlichkeit bislang durch Abwesenheit.

Zunächst legten die Bewerber ihre Beweggründe zur Kandidatur und ihre Ideen zur Entwicklung von Obernheim dar (siehe nebenstehende Artikel). Bürgermeister Georg Maier hatte dabei ein leichtes Spiel. Die Dauer des Rederechts wurde nicht strapaziert. Zusammen mit Rektor Manfred Maier wachte er darüber, dass es keine Verstöße gegen das vom Gemeinderat auferlegte Reglement gab. Abkupfern war im übrigen auch nicht möglich, da der Mitbewerber sich in der Schule aufhalten musste.

Danach hatten die Obernheimer die Möglichkeit, nachzuhaken. Bei beiden Kandidaten kamen die Fragen aus der Zuhörerschaft zögerlich und erst nach mehrfachen Appell von Georg Maier.

Gut vorbereitet ging Josef Ungermann ins Frage-Antwort-Spiel. Wie er zur kirchlichen Trägerschaft des Kindergartens stehe, wollte Günther Moser wissen. Er befürworte sie, „das ist ein Zeichen, dass die Kirche in der Arbeit integriert ist“. Detlef Moser hinterfragte die berufliche Qualifikation. Ungermann betonte, dass er das „Geschäft“ von der Pike auf kenne und sich alle Tätigkeiten zutraue. Außerdem könne er auf Unterstützung aus der Verwaltungsgemeinschaft, die Obernheim mit Nusplingen und Meßstetten bilde, zurückgreifen. „Ich will Ihr Echo sein“, versprach der 44-Jährige, nachdem Alex Moser in einem flammenden Appell dazu aufgefordert hatte, die Leistungen der Obernheimer und die Arbeit der Vereine nach außen zu tragen.

Herausforderer Andreas Kusch musste, als auch er wegen der Trägerschaft des Kindergartens um ein Statement gebeten wurde, einräumen, dass er sich zu wenig in der Gemeinde auskenne. „Ich sage nicht definitiv nein“, antwortete der 37-Jährige auf die Frage, ob er nach Obernheim ziehen will. Die Entscheidung machte er von familiären Faktoren abhängig. Frank Oehrle wollte wissen, welcher Liste er sich bei einer Kandidatur für den Kreistag anschließen würde. Da sei er völlig offen. Die Frage, ob er kommunalpolitisches Wissen einbringen könne, musste der Polizeivollzugsbeamte verneinen. Aufgrund seines Berufes sei er aber in der Lage, sich der Herausforderung zu stellen. Er baue dabei auf die Unterstützung des Gemeinderates. Dass er sich im Ort bislang nicht sehen gelassen habe, liege an seinem Beruf, sagte Kusch mehrfach. Viola Allseits-Oehrle war davon ausgegangen, dass der Burladinger nicht einmal zur Kandidatenvorstellung erscheint.

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