Leserbrief
Leserbrief zum Artikel „Neckar-Alb braucht S 21“ vom 29. September
Es gibt ernsthafte Alternativen
02.10.2010
Die Behauptung des Regionalverbands Neckar-Alb, dass Stuttgart 21 für „alle hier lebenden Menschen Vorteile“ bringt ist sehr zweifelhaft und sicher auch unter der Bevölkerung umstritten. Auch die Vermutungen von K.O. Müller, dass 7,3 Milliarden Euro befürchtete Mehrkosten am Steuerzahler vorbei gehen ist recht blauäugig.
Es gibt ernsthafte Alternativen zu S 21 (K 21), die einen wesentlich größeren Schwerpunkt auf die Verbesserung des Regionalverkehrs legen, einschließlich der überfälligen Elektrifizierung, wie der Zollernbahn oder Ammertalbahn. Meist wird in der Diskussion „vergessen“, dass S 21, die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene strukturell auf Jahrzehnte hinaus gravierend verschlechtert.
Wer für einen zukunftsfähigen Regional-und Fernverkehr für Personen und Güter ist, sollte sich mit Alternativen beschäftigen. Ministerpräsident Mappus und Kanzlerin Merkel geht es auch um wesentlich mehr als das gigantische Prestigeprojekt S 21. Beim BDI Kongress erklärte sie ohne ein einziges Sachargument für S 21 einzubringen, dass es fatal wäre, wenn sich die Regierung vom Bürgerprotest in Stuttgart davon abbringen ließe, ein solches Projekt durchzuziehen.
Es geht der Bundes- und Landesregierung also in erster Linie darum ihre Rolle als Dienstleister der Monopole auszufüllen, auch gegen den Widerstand oder den erklärten Willen der Mehrheit der Bevölkerung. Dem stehen Bürgerentscheide, für den vor zwei Jahren 78 000 Stuttgarter unterschrieben haben und Zivilcourage, wie sie die Montagsaktion gegen S 21 seit fast einem Jahr oder die Parkschützer beweisen, entgegen. Der Regionalverband Neckar-Alb und andere, die jetzt in den Chor der S 21 Befürworter einstimmen sollten sich dessen bewusst sein.
Bernhard Schmidt Schalksburgstr. 212, Albstadt