Leserbrief
Zum Kommentar „Blamabel“ von Karl-Otto Müller vom 29. September
Parteien beliebig austauschbar
02.10.2010
Im Kommentar des Karl-Otto Müller im ZAK vom 29.9.10 war zu lesen:
„Wir dürfen uns bewusst für Stuttgart 21 aussprechen, ganz gleich, ob 2,7 Milliarden oder 11 Milliarden EUR, der Zollernalbkreis würde prosperieren……“
Auf welchem Stern lebt dieser Mensch eigentlich?1. Wenn der ZAK prosperieren soll, dann müssen zuerst mal die Staus von Bodelshausen nach Tübingen in beiden Richtungen beseitigt werden. Arbeitendes Volk steht jeden Morgen und Abend wie eine blökende Schafherde kilometerlang im Stau und der schnelle Interregio fährt fast leer nach Tübingen, Reutlingen und Stuttgart.
2. Es ist nicht zu erwarten, dass die Bahn nur deswegen mehr benutzt wird, wenn sie in Stuttgart unterirdisch statt oberirdisch in den Bahnhof einfährt.
3. Von der politischen Klasse, die das Projekt mit Tiefbahnhof befürwortet, überlebt keiner in seiner Position die Fertigstellung, einige davon nicht einmal physisch.
4. Die Entscheidung müssten daher unsere Kinder zu treffen haben, die zu den bestehenden Schulden auch diese auch noch zu tragen hätten. Sehen Sie heute, wie viele Schüler den Schlossgarten besetzen und mit Polizeigewalt weggetrieben werden. Diese fragt niemand, ob sie einen Tiefbahnhof brauchen, obwohl sie bezahlen sollen.
5. Die Polarisierung ist mittlerweile unerträglich. Es geht doch nicht um die Zukunft von Baden-Württemberg. Auch die meisten Gegner von S21 sind für einen Neubau nach Ulm, und für eine schnelle Flugplatzanbindung, aber nicht für einen Bahnhof im Loch, der Button sagt lediglich „OBEN BLEIBEN“.
6. Die Leistungsfähigkeit und Attraktivität einer Region wird am Wenigsten von der Bahn oder einem Tiefbahnhof bestimmt, das war im 19. Jahrhundert.
7. Es geht nur noch darum, mit Gewalt einen vor zehn Jahren gefassten Beschluss mit allen Mitteln durchzudrücken, mag er vielleicht juristisch in Ordnung sein, aber er ist schon lange überholt.
8. Leider kann man keiner politischen Partei mehr trauen, die Einen sind der Machterhaltungsclub, die Opposition ist der Machterstreberclub. Beide sind beliebig austauschbar. Das blöde Volk brauchen sie nur zur Legitimation per Wahl, bis halt keiner mehr geht.
Peter Barth Im Binder 22, Jungingen
