„Keine Abwahl, kein Aufstand“
Monique Adrian mit großer Mehrheit zur neuen Verbandsvorsitzenden gewählt
Schömberg, 01.10.2010 von Rosalinde Conzelmann
Wie zu erwarten war, gab es gestern Abend bei der Mitgliederversammlung des Gemeindeverwaltungsverbandes (GVV) Oberes Schlichemtal nach den Diskussionen und Querelen im Vorfeld über die Einführung eines rollierenden Systems (wir berichteten mehrfach) eine Kampfabstimmung, die Monique Adrian für sich entschied. Von den 21 anwesenden Vertretern aus den acht Verbandsgemeinden stimmten sechs für Karl-Josef Sprenger, 15 votierten für Monique Adrian. Schömberg als größte Mitgliedsgemeinde hatte sechs Vertreter in die Versammlung geschickt.
Karl-Josef Sprenger zeigte sich als fairer Verlierer und erklärte sich bereit, den Stellvertreterposten im Falle seiner Wahl anzunehmen. Der Vorschlag kam aus der Verbandsrunde. Sprenger wurde einstimmig als Vize gewählt. Auch Richard Ege, der zum zweiten Stellvertreter gewählt wurde, erhielt alle Stimmen der anwesenden Mitglieder.
Adrian freute sich über das gute Wahlergebnis und bot ihrem Vorgänger und den Verbandsmitgliedern „eine gedeihliche Zusammenarbeit, die von Sachlichkeit geprägt ist“, an. Richard Ege gratulierte der neuen Verbandschefin und wünschte ihr bei ihren zukünftigen Entscheidungen eine glückliche Hand. „Es ist nicht immer leicht den Verbandsvorsitz und das eigene Amt als Bürgermeister unter einen Hut zu bringen“, betonte er. Es könne durchaus in dem einen oder anderen Fall zu Interessenskonflikten kommen. „Wir bieten Dir eine loyale und konstruktive Zusammenarbeit an“, sprach er auch im Namen seiner Kollegen aus den Verbandsgemeinden.
Dem bisherigen Vorsitzenden sprach Ege ein Dankeschön für die geleistete Arbeit aus. Sprenger wurde am 27. Januar 2007 an die GVV-Spitze gewählt. Ege listete die erfolgreichen Projekte und Investitionen in Sprengers Amtszeit auf. Vor allem im Schul- und im Abwasserbereich hat der Verband kräftig investiert. Ege sprach Sprenger aber auch den Dank des Verbandes für seinen Einsatz gegen das seit Mittwoch beschlossene Großgefängnis im Bitzwäldle aus: „Sie haben mit viel Herzblut gegen dieses Projekt gekämpft.“
Er stellte klar, dass die Wahl lediglich einen Personenwechsel darstelle – „das ist heute Abend keine Abwahl und auch kein Aufstand der kleinen Gemeinden.“ Es sei ein normaler demokratischer Prozess, dass nun im Verband ein rollierendes System eingeführt wird. „Das wir auch in der großen Politik so gemacht“, betonte Ege. Für die zukünftige Verbandsarbeit wünschte sich Ege, „dass durch die Diskussionen im Vorfeld keine Gräben aufgerissen wurden“. Man habe unnötig Kraft und Zeit in diese Debatten investiert. Jetzt gelte es nach vorne zu schauen, „denn wir sitzen doch alle in einem Boot und sind eine schöne und starke Region“. Ege appellierte an alle, in der Zukunft ein gutes Miteinander zu pflegen, gemäß dem Motto „Gemeinschaft heißt auch Gemeinsamkeit“.
Karl-Josef Sprenger nahm das Angebot einer fairen Zusammenarbeit ohne Groll an. „Wir müssen geschlossen auftreten“, richtete auch er den Blick in die Zukunft.
