Selbsthilfegruppen zeigen sich
Unter dem Motto „Miteinander – Füreinander“ gab es einen Informationstag im Landratsamt
Balingen, 27.09.2010 von Andreas Westerhausen
„Die Veranstaltung richtet sich“, so Helga Dressler vom Deutschen Diabetiker Bund, an Betroffene, deren Angehörige so wie an alle Interessierten, denn viele Gruppen bieten auch präventive Maßnahmen an. In seiner Begrüßung formulierte Landrat Günter-Martin Pauli, „er sei stolz darauf, dass so viele ehrenamtliche Helfer sich im Zollernalbkreis für ihre Mitmenschen einsetzen. Hier können die Betroffenen froh sein, jemanden zu finden der einen mit seiner Lebenserfahrung zur Seite steht.“ Sozialdezernent Eberhard Wiget betonte, dass dies seit 1996 der siebte Tag der Selbsthilfegruppen sei. Im zweijährigen Rhythmus findet er abwechselnd in den Zentren Hechingen, Balingen und Albstadt statt. Ziel des Tages ist es der Bevölkerung zu vermitteln, dass es ganz normal sei, sich gegenseitig zu Stützen und weiterzuhelfen. Die Veranstaltung ist eine gute Möglichkeit einen ersten Kontakt mit den jeweiligen Selbsthilfegruppen herzustellen. Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung von dem Gitarrenensemble der Musikschule Balingen.
Mit diesem Tag möchten die Selbsthilfegruppen auch um Verständnis in der Öffentlichkeit für ihre Arbeit werben. Sie kümmern sich mit freiwilligem Engagement um ihre Teilnehmer und geben dabei wichtige Informationen weiter. Aus eigener Erfahrung ist sich Paul Stier, vom Freundeskreis für Suchtkrankenhilfe im Zollernalbkreis, sicher, dass das Verarbeiten der Erkrankung in der Gruppe leichter fällt, wenn man erkennt, dass man nicht alleine dasteht und es anderen Teilweise noch schlechter geht.“ Die Selbsthilfegruppen wollen dabei Hilfe zur Selbsthilfe anbieten.
„Am Anfang bestünde immer noch eine gewisse Scheu sich anderen zu öffnen und sich helfen zu lassen. Meist müsse der Leidensdruck groß werden um den Weg in eine Selbsthilfegruppe zu finden“, erklärt Helga Dressler. „Oberstes Ziel sei dabei immer, den Leuten zu helfen um deren Lebensqualität zu erhalten, was nicht immer ganz einfach ist, wenn etwa das Essen zur Therapie gehört.“
Abgerundet wurde die Veranstaltung von zwei Vorträgen die zu den immer wichtiger werdenden Themen in der heutigen Zeit zählen. Die Diabetologin Dr. Christiane Triebner-Windrich sprach zum Thema „Diabetes mellitus Typ 2 – Wohlstandserkrankung auf dem Vormarsch“, während Dr. Gerhard Treiber, Chefarzt Innere Abteilung Kreisklinik Zollernalb zum Thema „Bluthochdruck“ referierte.
