Ritter trotzen dem Regen

Aufwendig organisierter Erntedank-Markt muss mit dem Wetter kämpfen

Rosenfeld, 27.09.2010 von Hannelore Kaiser

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Es hätte ein Erntedank-Markt der Rekorde werden sollen. Doch das Wetter machte den aufwendigen Vorbereitungen der Veranstalter von Stadt und Fremdenverkehrsverein einen Strich durch die Rechnung.

Dabei hatten noch zwei Tage zuvor die Zeichen auf „äußerst günstig“ gestanden: Sonne pur und sommerliche Temperaturen als beste Voraussetzungen für die geplante Markt-Attraktion „mittelalterliches Ritterlager“. Dazu – laut Hauptamtsleiterin Ruth Alf – „eine noch nie da gewesene hohe Zahl von Anmeldungen der Marktbeschicker“. Doch alles sollte ganz anders kommen. Statt erwartetem Verkäufer- und Käuferstrom nur Regen in Strömen. Und das fast pausenlos.

Schon am Abend zuvor lief ohne Regenschirm nichts als Ritter, Knappen und Handwerker ihr Zelt- und Nachtlager im Brauerei-Hof aufschlugen, im Schein des Lagerfeuers sich erste (Schein)Gefechte lieferten. Die ersten Besucher, unter ihnen auch Bürgermeister Thomas Miller, zeigten sich trotz alledem beeindruckt.

Mehr noch, als „Ritter“ Sven Ewerling (seines Zeichens Vorsitzender der 2004 gegründeten und heute 50 Mitglieder zählenden „Mittelalterfreunde Zollernalb“) und seine Getreuen anschickten, ihr kühles Zelt-Nachtlager auch tatsächlich als solches zu nutzen. Die Zuschauer zog es derweil mehr in das benachbarte geheizte Bewirtungszelt. Zumal hier „Met“, das allenfalls die Farbe von Honig hatte, und ein schnelles Rittermahl lockten.

Besagtes „Rosenhof“-Zelt war auch am darauffolgenden Markttag ein gefragter Treffpunkt. Von hier aus konnten die Marktbesucher zudem mit wenigen Schritten das Treiben, die Ausrüstungen und die gut trainierten Schaukämpfe der „Belagerer“ verfolgen oder die Jüngsten nach Herzenslust Gänse, Kaninchen und Ziegen zum Fauchen, Quieken und Meckern herausfordern.

Der Marktbesuch selbst konnte indes schnell beendet werden – sofern man nicht gesprächige Freunde und Nachbarn traf. Denn nur wenige der angemeldeten traditionellen Marktstände wollten dem Regen trotzen. Da war es gut, dass die einheimischen Kunstgewerbler, Hausfrauen und Jugendgruppen mehr Standfestigkeit bewiesen. Mit ihren Eigenproduktionen lieferten sie nicht nur eine Augenweide, sondern unterstützten hier und da auch ein Hilfsprojekt.

Mit Marmeladen und Gelees aus Früchten des Waldes und Gartens ebenso wie mit selbst gestrickten Wollsocken, bunten Seidentüchern, Puppenkleidern, Herbststräußen, Dekorationsziegeln mit Serviettentechnik, Backwaren und Schmuck. Auch die junge Imker-AG der Iselinschule offerierte nicht vergebens lebhaft erste Erzeugnisse aus ihrer kleinen Bienenzucht.

Klein aber fein präsentierte sich wieder das von Mitgliedern des Fremdenverkehrsvereins liebevoll bestückte und betriebene Café im Rathauseingang. Zumal Akkordeonspieler Georg Stoll hier auch akustisch wieder für gute Stimmung sorgte. Zur Unterhaltung auf dem benachbarten Wilhelm-Sülzle-Platz hatte der Rosenfelder Kinderzirkus ein buntes Programm vorbereitet. Doch auch dieses fiel letztlich buchstäblich ins Wasser.

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