Kommunikation nicht intakt
3. Liga: HBW 2 zeigt Defizite in der Defensive – Nun kommt Vallendar
Balingen, 17.09.2010 von Michael Schneider
Der Saisonstart des Balinger Perspektivteam ging schief – zumindest beim Blick auf das Ergebnis. Am vergangenen Wochenende kassierte der HBW 2 beim Vizemeister TSB Horkheim eine empfindliche 24:34-Niederlage. In allen Mannschaftsteilen waren die topbesetzten Nordwürttemberger besser als die Bundesliga-Reserve.
„Der TSB ist mein Topfavorit auf den Titel. Das war so vor der Partie und danach hat sich erst recht nichts geändert“, zollte Balingens Trainer Nothdurft dem Traditionsverein größten Respekt. Dabei war „Ecki“ mit dem Auftritt seines Ensembles keineswegs unzufrieden. „Wir sind für unsere Leistung verantwortlich, nicht für das Ergebnis. In der Summe konnten wir gegen einen starken Gegner das umsetzen, was wir uns vor dem Spiel vorgenommen hatten“, resümierte der HBW-Kommandogeber, „natürlich haben wir auch eine Reihe von Fehlern gemacht, besonders in der Abwehr. Aber Horkheim hat uns teilweise auch zu diesen Fehlern gezwungen und diese dann im Stile einer Spitzenmannschaft eiskalt genutzt. Der TSB hatte eine Trefferquote von 70 Prozent, das ist schon bemerkenswert.“
Dennoch: Im Defensivverhalten der Nothdurft-Truppe lief einiges schief, was auch den Übungsleiter überraschte. „Sowohl im Rückraum als auch am Kreis bekamen wir die Gegenspieler nicht richtig zu fassen, in der Übergabe passte die Kommunikation nicht.“ Für die anstehende Aufgabe am Sonntag gegen Neuling HV Vallendar gibt der HBW-Coach deshalb eine klare Marschroute aus: „In der Abwehr erwarte ich eine bessere und konzentriertere Vorstellung, da ist noch viel Luft nach oben.“
Vallendar unterlag zum Saisonstart gegen die SG Köndringen/ Teningen nur knapp mit 27:28, vor allem im zweiten Spielabschnitt konnten die Koblenzer der klar favorisierten Spielgemeinschaft aus Südbaden gut Paroli bieten. Zwischenzeitlich führte Vallendar sogar mit drei Toren Vorsprung, ehe Köndringen/Teningen den Neuling in die Schranken wies. Für den Balinger Coach ist der ordentliche Auftakt des HVV eine Warnung: „Wir sind am Sonntag sicher kein Underdog und wollen die Partie gewinnen. Ein Aufsteiger ist aber immer gefährlich, man darf niemanden unterschätzen.“ Dabei wird sich „Ecki“ bis Sonntag aus dem Videomitschnitt des Spiels einen genauen Eindruck von Vallendar verschaffen: „Wir wollen da nichts riskieren.“
Überhaupt sieht der Diplom-Sportlehrer in der Heimpremiere eine richtungsweisende Aufgabe: „Am Sonntag wissen wir, wo wir stehen und zu was wir im Stande sind.“ Gegen den Neuling wird Nothdurft wohl erneut auf einen 14 Mann starken Kader zurückgreifen können. Zwar meldete sich zu Wochenbeginn Fabian Schlaich nach einem Schlag aufs Knie für die erste Übungseinheit ab, bis zur Partie gegen den HVV sollte die Blessur allerdings auskuriert sein. Derweil muss „Ecki“ weiterhin auf die langzeitverletzten Matthias Stocker (Knie-OP) und auch Christoph Foth verzichten, der von den Ärzten für die kommenden zwei Wochen noch Trainingsverbot erhielt. „Danach gibt es neue Untersuchungen. Wir hoffen alle, dass er bald wieder ins Training einsteigen kann, werden aber nichts überstürzen“, so der Ex-Bundesliga-Spieler abschließend.
Zwölf Schröder-Tore reichen Vallendar nicht aus
Mit zwölf Toren war Rückraumkanonier Mischa Schröder der herausragende Werfer beim ersten Auftritt von Aufsteiger HV Vallendar in der 3. Liga Süd. Dennoch unterlag der Klub aus aus der 8000-Seelen-Gemeinde nördlich von Koblenz dem etablierten Drittligisten SG Köndringen/Te-ningen mit 27:28 – trotz einer zwischenzeitlichen Drei-Tore-Führung.
„Es ist halt nicht unser Spiel, wenn wir führen und dann auch mal einen Gang herunterschalten müssten. Aber die Jungs sind da voller Motivation, dass sie den Sack so schnell wie möglich zumachen wollen. Da fehlt uns noch ein wenig die Erfahrung“, beschreibt HVV-Trainer Wolfgang Reckenthäler die Momente, die letztlich noch die Trendwende eingeläutet haben.
Die Pfälzer fanden zudem immer weniger Mittel, die robuste und taktisch klug spielende SG-Mannschaft zu überwinden. Reckenthäler: „Es bringt gar nichts, da den ein oder anderen Fehler bei meiner Mannschaft zu suchen. Die Jungs wissen am besten, was nicht so gut gelaufen ist. Uns fehlt halt noch ein wenig die Cleverness. Ich kann aber keinem einen Vorwurf machen.“
