Die Flügel sind gestutzt
WFV-Pokal, 3. Runde: Balingen putzt die Ulmer „Spatzen“ mit 8:7 (4:4)
Balingen, 16.09.2010 von Ralph Conzelmann
Damit ist klar: Der Bezirksligist TB Kirchentellinsfurt empfängt im Pokal-Achtelfinale am 13. Oktober die TSG Balingen. Der Sieger dieser Partie hat es im Viertelfinale Anfang Dezember wiederum mit dem Verbandsligisten SV Göppingen zu tun.
Balingens Trainer Karsten Maier änderte seine Startelf gegenüber dem 3:1 in Reutlingen nur auf einer Position: Für Buchstor spielte Daub. Die „Spatzen“ boten ihre Bestformation auf. Dass der SSV Ulm 1846 das Pokalspiel in Balingen ernst nehmen würde, hatte Trainer Ralf Becker ohnehin schon angekündigt. Kurz vor dem Spiel stellte Ulms Geschäftsführer Markus Lösch mit dem Verweis auf etwaige Mehreinnahmen noch einmal klar: „Für uns ist der Pokal auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sehr wichtig. Es ist eine Must-Win-Situation, in der folglich nur ein Sieg zählt.“
Obwohl die TSG die erste Chance besaß – ein Freistoß von Manuel Pflumm zischte vorbei (2.) – zeigte Ulm zunächst, wer Herr im Haus ist. Nach einer Schürg-Flanke brannte es im Balinger Strafraum (10.), ehe auf der Gegenseite Levent Üner mit einem frechen 35 Meter-Heber in SSV-Keeper Betz seinen Meister fand (12.).
Die verdiente Führung für die „Spatzen“ sollte trotzdem nicht lange auf sich warten lassen. Länge passte zu Muzlikaj, jener leitete den Ball weiter zu Schürg, der zunächst den Innenpfosten und im Nachschuss ins Tor traf, 0:1 (15.).
Die Gäste blieben weiter spielbestimmend und erhöhten wenig später auf 0:2: Ein Freistoß von Christian Sauter schien zunächst eine sichere Beute von TSG-Schlussmann Julian Hauser zu sein, doch die Kugel rutschte dennoch über die Linie (19.).
Ein Fecker-Freistoß verfehlte danach ebenso sein Ziel (27.) wie auf der anderen Seite ein Kopfball von Hägele (38.). Die bis dahin beste Möglichkeit für die Gastgeber hatte Marco Daub auf dem Schlappen, doch legte er sich das Leder zu weit vor, so dass Betz mühelos parieren konnte (39.).
Nach der Pause – Karsten Maier hatte bis dahin dreimal ausgewechselt – setzte die TSG das erste Ausrufezeichen. Doch nach einem weiten Oytun-Flankenball auf Madegwa und dessen Hereingabe köpfte Buchstor daneben (56.). Riesenaufregung nach 61 Minuten: Buchstor kam vor Betz an den Ball, beförderte das Spielgerät ins Tor, doch Schiri Steck entschied auf Foulspiel gegen Ulm und unterband die Situation. Betz sah daraufhin gelb, Buchstor musste verletzt raus und es gab Elfmeter für die TSG. Manuel Pflumm übernahm die Verantwortung und verwandelte den Strafstoß sicher zum 1:2 (62.).
Es folgte ein toller Auftritt von Daboci, der den Ball ans Außennetz semmelte (71.). Doch das war nur die Vorspeise: Andreas Kohle hämmerte die Kugel aus halbrechter Position ins Tor, das 2:2 (73.).
Bis zur Schlussphase besaß Ulm keine einzige Torchance mehr, ehe erneut Christian Sauter traf: Ein von der Mauer abgefälschter Freistoß landete zum 2:3 im Netz (86.). Dann geschah das Unfassbare: Nach einem Oytun-Pass wurde Kohle gefällt – klarer Fall: Elfmeter. Und der saß wieder: Pflumm traf zum 3:3 (89.)! In der Verlängerung setzte die TSG nach: Andi Kohle traf sensationell aus spitzem Winkel zum 4:3 (94.). Kaum war die zweite Hälfte der Extraspielzeit angepfiffen, glich Treske aus, das 4:4 (107.). Dabei blieb's, also Elfmeterschießen (siehe Extra-Artikel).
So spielten sie: TSG Balingen – SSV Ulm 1846 8:7 (4:4, 3:3, 0:2)
TSG Balingen: Hauser; Willig, Fecker, Güven, Todorovic (46. Oytun), Kohle, Üner (46. Buchstor, 63. Dehner), Dilucia (68. Daboci), Pflumm, Schaplewski, Daub (46. Madegwa).
Tore: 0:1 Schürg (15.), 0:2 Sauter (19.), 1:2 Pflumm (62., Elfmeter), 2:2 Kohle (73.), 2:3 Sauter (86.), 3:3 Pflumm (89., Elfmeter), 4:3 Kohle (94.), 4:4 Treske (107.).
Schiedsrichter: Johannes Steck (Nürtingen). Zuschauer: 550.
Oberliga, 9. Spieltag: Nöttingen – Mannheim (Freitag, 18.30); Neckarelz – Bahlingen, Hollenbach – Kirchheim, Freiberg – Linx, Kehl – Weinheim, Villingen – Reutlingen, Balingen – Illertissen (alle Samstag, 15.30); Stuttgarter Kickers 2 – Gmünd (So., 14), Durlach – Walldorf (So., 15).
