Jetzt die „Spatzen“
Oberliga: Nach Derbysieg geht es morgen gegen Ulm
Balingen, 14.09.2010 von Ralph Conzelmann
Der SSV Reutlingen hatte den Buhmann für die 1:3-Niederlage im Derby gegen die TSG Balingen schnell ausgemacht: Auf Referee Hubert Wetzel aus Bad Saulgau wälzten die Verantwortlichen des Ex-Zweitligisten ihren angestauten Frust ab. „Es ist nicht meine Art, die Schuld bei anderen zu suchen, aber die Leistung des Schiedsrichters war unfassbar“, wetterte Reutlingens Coach Lothar Mattner nach der brisanten Partie. Seiner Meinung nach wurde ein reguläres Tor aberkannt – und „zudem hätte Balingen zwei Rote Karten bekommen müssen.“
Den Gästen durfte dies egal sein, schließlich hatten sie den Gegner ohnehin im Griff. „Wir haben nur wenige Chancen zugelassen“, freute sich TSG-Trainer Karsten Maier. Neutrale Beobachter und solche, die die Partie mit etwas Abstand resümierten, verstanden die Schiri-Schelte ohnehin nicht: „Mattner hat wohl eine schwarz-rot-weiße Brille auf, denn für mich war der Balinger Sieg hoch verdient. Der Schiri hat meiner Ansicht nach hervorragend gepfiffen. Reutlingen hat bis zur 65. Minute einfach erschreckend schwach gespielt“, meinte der langjährige SSV-Fan und -Stastiker Rainer Klein. Mattner wiederum goss bereits Öl ins Rückspiel-Feuer: „Wir werden aus dieser Partie lernen und uns in der Rückrunde in Balingen die Punkte holen.“
Für die TSG geht's bereits morgen weiter: Am Mittwoch abend (18 Uhr) steht der Drittrundenknüller im WFV-Pokal gegen den SSV Ulm 1846 an. Der einstige Bundesligist betrachtet das Pokal-Duell als Pflichtaufgabe auf dem Weg ins Achtelfinale (13. Oktober – beim Bezirksligisten TB Kirchentellinsfurt) – für die Balinger geht es darum, nicht unter die Räder zu kommen und vielleicht sogar auf eine Sensation zu lauern.
Kurios: Der Bahlinger SC spielten in seinem siebten Saisonspiel zum siebten Mal unentschieden! Diesmal gab's gegen den FC Nöttingen ein 1:1. Der gastierende Spitzenreiter glich erst in der 93. Minute aus. „Das war natürlich glücklich“, gab Nöttingens Übungsleiter Michael Wittwer zu.
Die erste Saisonpleite handelte sich der SGV Freiberg ein. Nach dem 0:1 beim VfL Kirchheim fiel die Truppe von Trainer Marcus Wenninger vom vierten auf den neunten Platz zurück. „Nun können wir aus eigener Kraft nicht mehr Meister werden“, flüchtete sich Wenninger in Ironie.
Erst 2:0 vorne, dann 2:3 in Rückstand: Normannia Gmünd konnte sich letztlich glücklich schätzen, dass Manuel Grampes gegen den Kehler FV in der 88. Minute zum 3:3 ausglich. „Nach dem 2:0 für Gmünd hätte ich nicht gedacht, dass wir nochmal zurückkommen“, konnte der Kehler Chefcoach Bora Markovic mit dem späten Remis leben.
Prächtig in Schuss ist der FV Illertissen, der den ASV Durlach mit 4:0 abfertigte und am Samstag (15.30 Uhr, Au-Stadion) als Tabellenzweiter in Balingen erwartet wird. „4:0 hört sich dominant an“, analysierte Illertissens Trainer Karl-Heinz Bachthaler. „Aber wenn wir in den ersten 20 Minuten ein Tor bekommen hätten, weiß ich nicht, ob wir das tatsächlich weggesteckt hätten.“
Willig und Betz noch dabei
Der WFV-Pokalknüller gegen den Ex-Bundesligisten SSV Ulm 1846 wird am Mittwoch um 18 Uhr im Balinger Au-Stadion angepfiffen. Die TSG und die „Spatzen“ standen sich übrigens schon in der Verbandsliga-Saison 2001/2002 gegenüber – beide Duelle (Hin- und Rückspiel) endeten 0:0. Nur zwei Spieler von damals sind auch heute noch dabei: Bei der TSG ist dies Nico Willig, beim SSV 1846 Torhüter Holger Betz, der den Ulmern seit dem Abstieg aus der Bundesliga durchgängig die Treue hält und nach wie vor als einer der besten Keeper der Regionalliga gilt.
