Ausbildung beste Versicherung gegen Fachkräftemangel
Handwerkskammer und IHK Reutlingen legen Zahlen zum neuen Ausbildungsjahr vor
Zollernalbkreis / Reutlingen, 13.09.2010
Das sind drei Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig seien in diesem Jahr so viele Ausbildungsplätze wie nie zuvor unbesetzt geblieben, teilt die Kammer mit. In der Lehrstellenbörse sind aktuell noch 183 freie Lehrstellen eingetragen. „Die Betriebe setzen weiterhin auf den eigenen Nachwuchs, tun sich aber schwerer als früher, vorhandene Ausbildungsplätze mit qualifizierten Bewerbern zu besetzen“, betont Dr. Joachim Eisert, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Reutlingen. Neben den gestiegenen Anforderungen macht sich auch der demografische Wandel bemerkbar. „Wir haben spürbar weniger Schulabgänger und damit weniger Bewerber“, betont Eisert. Für junge Frauen und Männer, die noch in diesem Jahr ihre Ausbildung beginnen möchten, lohne sich ein Blick in die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer im Internet. Das Angebot freier Lehrstellen reicht vom Augenoptiker bis zum Zimmerer. Darüber hinaus sind bereits mehr als 550 Lehrstellen aus 280 Betrieben für den Ausbildungsstart im kommenden Jahr eingetragen.
Die Industrie- und Handelskammer Reutlingen verzeichnet 2 138 neue Lehrverträge. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Minus von 3,7 Prozent. Der Rückgang falle angesichts des Krisenjahres 2009 moderat aus, sagt IHK-Präsident Christian O. Erbe: „Viele Unternehmen bleiben ihrer Linie treu und bilden den eigenen Nachwuchs aus, obwohl die Folgen des extremen Abschwungs noch längst nicht überall ausgestanden sind.“ Der IHK-Präsident rechnet bis zum Jahresende damit, dass die Zahl von insgesamt 2 664 eingetragenen Ausbildungsverhältnissen aus dem Vorjahr annähernd erreicht wird. Das letztlich zufriedenstellende Ergebnis zeige den hohen Stellenwert, den die Ausbildung genießt. „Die Firmen halten ihr Engagement hoch, weil Ausbildung die wichtigste Versicherung gegen den Fachkräftemangel von morgen ist.“ Aktuell verzeichnet die IHK Reutlingen sogar ein Plus von über 130 Ausbildungsbetrieben, die neu anerkannt wurden.
Während im Landkreis Tübingen die Zahl der Lehrverträge auf 529 um 0,4 Prozent sacht anstieg, verlieren die anderen beiden: Der Landkreis Reutlingen liegt bei 990 Verträgen (-4,7 Prozent) und der Zollernalbkreis bei 619 Verträgen (-5,5 Prozent).
Chancen nutzen: Der Start ins Berufsleben ist noch nicht gelaufen
Nachvermittlungsaktion: Für alle ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Jugendlichen, die noch keine Lehrstelle haben, ist der Start ins Berufsleben noch nicht gelaufen. Arbeitsagentur, Handwerkskammer und IHK laden im September zu Nachvermittlungsaktionen ein, bei denen Bewerber die noch offenen Lehrstellen kennen lernen können.
Darüber hinaus werden so genannte Einstiegsqualifizierungen angeboten, bei denen Jugendliche zwischen sechs und zwölf Monaten einen Beruf und einen Betrieb näher kennen lernen können.
Im Zollernalbkreis gibt es am Donnerstag, 16. September, von 15 bis 18 Uhr eine telefonische Nachvermittlungsaktion. Darüber hinaus finden sich in der Lehrstellenbörse der IHK (www.lehrstellenboerse.ihk.net) im Moment noch über 150 Stellen.
In der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Kammer sind aktuell noch 183 freie Lehrstellen eingetragen (www.hwk-reutlingen.de/ausbildung).
