HSG geht in die Offensive
Neue Frauenwartin beim Handball-Zweitligisten – Albstadt stellt sich vor
Albstadt-Ebingen, 11.09.2010 von Marcel Schlegel
Für die Schlagzeile sorgte Andreas Laib höchstpersönlich. Der Vorstand des Albstädter Fusionsklubs, der vor gut zwei Jahren zudem den Posten des Frauenwarts von Kurt Maute übernommen hatte, gab auf der Teampräsentation der HSG bekannt, dass er letzteres Amt in die Hände von Gülfidan Balci abgeben werde.
„Ich habe schon in der vergangenen Saison gemerkt, dass die Ballung zweier Ämter auf eine Person einfach zu viel ist“, begründete Laib, der in den Konferenzräumen des Lautlinger Unterwäscheherstellers Mey Bodywear geladene Gäste, Sponsoren, Spieler und Vereinsverantwortliche unter dem Motto „Die HSG geht in die Offensive“ über den Stand der Dinge unterrichtete. Balci bedankte sich für das Vertrauen: „Mir bedeutet die HSG sehr viel.“
Schon heute um 19.30 Uhr geht die 34-jährige Rückraumspielerin mit den Albstädter Frauen beim TuS Weibern auf die Platte – zum ersten Zweitliga-Spiel seit dem Regionalliga-Abstieg der Schwarz-Roten in der Spielzeit 2005/2006. „Dass es sehr schwer wird, die Klasse zu halten, das wissen wir alle“, stimmte Zeljka Rajak die Funktionäre auf die schwierige Saison ein und stellte mit Berna Ulucan, Helen Schick, Johanna Schmidt und Lisa Gebhard vier der fünf Neuzugänge der ersten Albstädter Frauenmannschaft vor. Die fünfte im Bunde, Michaela Bitriol, fehlt den Schwarz-Roten zumindest noch im heutigen Saisonspiel.
Doch pessimistisch gestimmt war die Albstädter Kommandogeberin keineswegs: „Die Mädels haben in der Vorbereitung sehr hart gearbeitet. Und das ist es, was für mich zählt.“ Die Testspiele und Vorbereitungsturniere seien optimal gelaufen, freute sich Rajak: „Manchmal habe ich gedacht: Das läuft zu früh schon zu gut.“
Wenn das nur Günther Hejny behaupten könnte. Es sei schwierig einzuschätzen, wo seine junge Truppe stehe, gestand der Trainer der Württemberg-Liga-Herren. Die Vorbereitung sei „ein Auf und Ab“ gewesen, beklagte der ehemalige Bundesliga-Spieler. „Wir müssen diese Schwankungen abstellen und die nötige Konstanz finden“, forderte Hejny, der sich von den Neuzugängen einiges erhofft. Mit Armin Greiner, Pascal Reinauer und Edis Camovic verstärken die HSG-Herren gleich drei Torhüter. „Auf dieser Position sind wir jedenfalls top besetzt“, lächelte Hejny. Ebenfalls neu im Kader der ersten Herrenmannschaft sind Daniel Matt und Routinier Benjamin Mayer, der wie Camovic (zuletzt HBW 2) ein Rückkehrer ist. Hejny: „Ich hoffe diesmal bleibt der Benny bei uns.“ Der 28-jährige Rückraumspieler, der zuletzt studienbedingt bei der SG Rotation Prenzlauer Berg spielte, soll der jungen HSG-Sieben Sicherheit geben. „Wir haben ein schweres Auftaktprogramm“, blickte der Trainer voraus: „Nach den ersten vier Spielen wissen wir, wo wir stehen und was mit dieser Mannschaft möglich ist.“ Jene ist in der vorigen Runde nur knapp dem Abstieg entgangen. Hejny erklärte daher: „Ich hoffe, dass wir gut in die Saison starten und die durchwachsenen Ergebnisse aus den Testspielen bei der Mannschaft eine Reaktion auslösen.“ Die Saison beginnt für die Hejny-Truppe am 18. September bei der TG Nürtingen.
Bei Mayer und Camovic handele es sich um Eigengewächse, „die wir nun wieder gewonnen haben“, fügte Andreas Laib hinzu. Gerade im Zusammenspiel zwischen Jugend- und Aktivenmannschaften wolle die HSG auch zukünftig in die Offensive gehen, so der Vorsitzende. „Das Trainingslager haben bereits die erste und zweite Mannschaft zusammen mit der A-Jugend absolviert“, erklärte Martin Emele. Jene „engen Wege“ zwischen den Teams, so der Männerwart weiter, würden bereits Wirkung zeigen: „Gut 70 Prozent der Männer aus der ‚Ersten’ spielten bereits in der Jugend für die HSG.“ Auch deshalb fungiert Hejny zur neuen Spielrunde als Coach der männlichen A-Jugend.
Der eigene Nachwuchs liegt den Schwarz-Roten am Herzen
Aus drei Säulen sei die HSG Albstadt aufgebaut, erklärte Andreas Laib auf der Teampräsentation: Diese bestehen aus einer breit angelegten Jugendabteilung mit insgesamt 19 Mannschaften. Weiterhin gebe es vier Frauen- sowie fünf Männerteams, so der Vorsitzende weiter. Neu beim Albstädter Fusionsklub sind übrigens die Ü 30-Frauen, die das weibliche Pendant zu den Jungsenioren darstellen.
In der Jugendarbeit habe sich zuletzt einiges getan, erklärte Axel Ferdinand, der wie Sabrina Bodmer und Edis Camovic das Jugendleiterteam verstärkte: „Wir arbeiten nun im dritten Jahr mit neuer Leitung und Konzeption und befinden uns auf auf einem sehr guten Weg.“ Auffallend sei, dass die Kinder und Jugendlichen eine große Identifikation zum Albstädter Verein als Fusionsklub entwickelt hätten.
Qualifizierung und Qualitätssicherung habe sich die HSG auf die Fahnen geschrieben, erklärte Laib. Dazu sei es wichtig, so Ferdinand, dass geschulte Trainer für die Ausbildung des Nachwuchs parat stehen würden: „Die meisten unser Trainer haben mindestens die C-Lizenz.“ Zudem würden Torwarttrainer Ernst Bauser, Bodmer und er selbst, durch interne Lehrgänge für die Qualitätssicherung sorgen.
