Votum für Bioenergie-Zentrum
Gemeinderat ebnet den Weg für umstrittenes Projekt – Landratsamt erteilt Genehmigung
Haigerloch-Bittelbronn, 10.09.2010
Am Mittwoch stimmte der Gemeinderat dem Bebauungsplan zu, gestern zog das Landratsamt nach und erteilte umgehend die erforderliche Baugenehmigung. Auf der Baustelle fließt nun bereits der Beton.
Bei der Ankunft auf der Baustelle der geplanten Biogasanlage in Bittelbronn wurde der Haigerlocher Gemeinderat am Mittwoch bereits von zahlreichen Schaulustigen erwartet. Rund 120 Gegner und Befürworter hatten sich mit zahlreichen Spruchbändern und Plakaten aufgemacht, um ihre Meinung zum geplanten Bittelbronner Energiezentrum kund zu tun. Am Ende des Abends stimmte das Gremium mehrheitlich für den Bebauungsplan – ohne Klärschlammtrocknung, die aus dem Beschluss bewusst herausgenommen wurde.
Mit 20 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung und zwei Gegenstimmen gaben die Ratsmitglieder grünes Licht für den Bebauungsplan, der nun zur Genehmigung noch dem Landratsamt vorgelegt werden muss. Zuvor hatte Bürgermeister Dr. Heinrich Götz beiden Seiten eine zehnminütige Redezeit eingeräumt, um ihre Meinung noch einmal im Detail vorzutragen.
Zunächst ergriff Roland Trojan für die so genannten „Gegner“ das Wort. Er stellte klar, dass er nicht gegen die Biogasanlage oder eine Nahwärmeversorgung sei, sondern lediglich das Vorgehen der Verwaltung sowie den – seiner Meinung nach – falschen Standort und die zu späte Diskussion kritisiere. Seine Rede im bis unters Dach gefüllten Sitzungssaal des Haigerlocher Bürgerhauses war von ständigen Zwischenrufen und Unmutsbekundungen begleitet, die die mittlerweile verhärteten Fronten in dieser Angelegenheit deutlich aufzeigten.
Symbolisch für die Befürworter ergriff anschließend Thorsten Hellstern, Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft BioEnergie Bittelbronn, das Wort und verteidigte sich vor allem gegen den Vorwurf einer „zu knappen Planung“. Man habe bereits seit Anfang 2009 mit zahlreichen Infoveranstaltungen für das Projekt geworben, Aufklärung betrieben und immer Gesprächsbereitschaft nach allen Seiten signalisiert.
Am Ende der bisweilen äußerst hitzigen Debatte, nach dem Beschluss des Rates, mahnte Bürgermeister Heinrich Götz alle Anwesenden eindringlich, keinen Keil in die bislang vorbildliche Dorfgemeinschaft zu treiben und künftig wieder das gegenseitige Gespräch zu suchen - zumal einer Gemeinderätin sogar ein Drohbrief aufgrund ihrer ablehnenden Haltung zum Projekt ins Haus geflattert war.
Für Zündstoff könnte allerdings schon bald die vorläufig noch ausgeklammerte Frage nach der Klärschlammtrocknung sorgen. Die CDU-Fraktion kündigte vorsorglich in einer Stellungnahme schon einmal an - trotz mehrheitlicher Zustimmung zum aktuellen Bebauungsplan - einer solchen keine Bewilligung zu erteilen.
