Hammerauftakt in Horkheim
3. Liga: HBW 2 reist zum Titelaspiranten
Balingen, 10.09.2010 von Marcus Arndt
Der Traditionsverein aus der Heilbronner Teilgemeinde drängt zurück ins Bundesliga-Unterhaus. Dabei setzt der Vizemeister auf eine eingespielte Truppe, die punktuell verstärkt und sinnvoll ergänzt wurde – mit Felix Günthner (Waiblingen, Kreis), Philipp Maurer (Sindelfingen, Rechtsaußen), Damir Marjanovic (Fellbach, Rückraummitte) und Jan König (Fran-kenbach/Neckargartach, Linksaußen). Obwohl arrivierte Akteure den TSB verlassen haben, büßte Horkheim nicht an Qualität ein. Im Gegenteil. „Es ist unglaublich, wie gut die, auch doppelt, besetzt sind“, urteilt HBW-Coach Eckard Nothdurft über die Truppe von Trainer Volker Blumenschein. Er ergänzt: „Für mich gibt's in dieser Saison nur eine Überflieger-Mannschaft – und das ist der TSB Horkheim.“ Wie schon in der Vorsaison sind die Heilbronner für den Balinger Kommandogeber der Topfavorit in Liga drei: „Mich hat noch keiner vom Gegenteil überzeugt. Die wollen aufsteigen und haben auch den Kader dafür.“
Leistungsträger sind der erfahrene Keeper Wojciech Honisch sowie die Rückraum-Schützen Matthias Polifka und Markus Schumacher, die allesamt schon höherklassig gespielt haben. In der Vorbereitung demonstrierte Horkheim sein Potenzial eindrucksvoll. Beim Dröse-Cup spielte das Blumenschein-Team auf Augenhöhe mit dem slowakischen Meister Tatran Presov – und verpasste nur knapp das Finale (Endstand: 14:18). Gegen die Ligakonkurrenten aus Balingen (21:16), Fürstenfeldbruck (19:15) und Friedberg (21:12) setzte der TSB ungefährdet durch. Markant: Die starke Abwehr der Nordwürttem-berger sowie eine sehr geringe Fehlerquote. Das hat die Heilbronner bereits in der Vorsaison ausgezeichnet, als sie in Balingen mit 27:26 triumphierten. Im Hinspiel stürmte allerdings die Nothdurft-Truppe, welche am Sonntag auf die Langzeitverletzten Matthias Stocker (Knie-OP) und Christoph Foth (Muskelteilabriss im Oberschenkel) auskommen muss, mit 24:19 die Stauwehr-Halle in der Heilbronner Teilgemeinde. Und genau da setzt der Balinger Trainer an. „Um gegen diese Mannschaft eine Chance zu haben, müssen wir jede Möglichkeit nutzen, die wir haben“, erklärt Nothdurft, „und versuchen, den Rückraum der TSB mit unserer 3:2:1 Abwehr zu kontrollieren.“ Gelingt das – und macht Horkheim Fehler, dann hat das HBW-Perspektivteam mit einfachen Toren aus der ersten, zweiten und dritten Welle heraus zumindest eine Außenseiterchance.
Zuletzt gewannen die Balinger in der ersten Runde des württembergischen Verbandspokals mit 41:20 beim Bezirksklasse-Team des SV Böblingen. Noch souveräner trat Horkheim gegen die SG Ludwigs-burg/Eglosheim auf. Mit 43:14 fegten Polifka & Co. den Landesligisten von der Platte. Eine echte Standortbestimmung war es allerdings für keines der beiden Teams. „Keine neuen Erkenntnisse“ ergaben sich für HBW-Trainer Nothdurft – und auch sein Gegenüber Blumenschein wollte den Kantersieg nicht überbewerten: „Ich bin mit der gezeigten Leistung meiner Jungs zufrieden und freue mich, dass sich vor dem Ligaauftakt keiner verletzt hat. Wenn auch der Gegner heute einfach überfordert war.“
