Streifzüge in die Vergangenheit
Sonntag, 12. September: Am Tag des offenen Denkmals präsentiert sich Kultur in Bewegung
Zollernalbkreis, 09.09.2010 von Gudrun Stoll
Auch im Zollernalbkreis sind interessierte Bürger am Sonntag, 12. September, eingeladen, die Denkmale vor der eigenen Haustür kennenzulernen. Das diesjährige Schwerpunkthema lautet: „Kultur in Bewegung – Reisen, Handel und Verkehr“, im Zollernalbkreis gibt es aber auch besondere Aktionen in Kirchen.
Balingen: Balingen ist eine Stadt, deren Geschichte und Entwicklung, bedingt durch die Lage an der sogenannten Schweizer Straße, viel mit Reisen, Handel und Verkehr zu tun hat. Hoch beladene Frachtfuhrwerke und Postkutschen mit Reisenden gehörten Jahrhunderte lang zum täglichen Bild der Stadt. Auch heute noch finden sich zahlreiche Spuren von dieser besonderen Vergangenheit. Am Sonntag besteht um 14 Uhr die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Stadtführung. Auch der Einzug der technischen Neuerungen des 19. und 20. Jahrhunderts, wie etwa Eisenbahn, Telegraphie, Telephon und das Automobil, werden dabei im Blickfeld stehen. Es führt Stadtarchivar Dr. Hans Schimpf-Reinhardt. Treffpunkt ist der Viehmarktplatz. Die Teilnahme ist kostenlos.
Nusplingen: In Nusplingen ist die „Alte Friedhofskirche St. Peter und Paul“ von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Zu jeder vollen Stunde findet eine Führung statt. Zu besichtigen ist das neu eingerichtete Museum mit Gemälden und Skulpturen im 2. und 3. Stock des Turmes sowie die restaurierte Turmuhr aus der Katharinenkirche. Zum ersten Mal wird auch eine barocke Marienstatue, die lange Zeit als Schutzheilige über der Eingangstür des Wohnhauses der Familie Josef und Pauline Ritter in der Schulstraße thronte, in St. und Paul ausgestellt sein. Die Marienstatue wurde dem „Förderverein St. Peter und Paul“ vor einiger Zeit von den Nachkommen der Familie Ritter als Leihgabe zur Verfügung gestellt.
Albstadt: Die uralte Pfarrkirche St. Michael in Burgfelden gibt viele Rätsel auf. Als 1892 das schadhafte Dach saniert werden sollte, weigerte sich der Bauführer, den neuen Dachstuhl auf das marode Mauerwerk zu setzten. Dadurch blieb die Kirche einige Zeit ohne Dach stehen und der Regen löste die weiße Übertünchung des Kirchenschiffs. Zum Vorschein kamen kostbare Fresken aus dem Mittelalter. Wie ist die abgelegene Kirche im 11. Jahrhundert zu diesen ungewöhnlichen Kostbarkeiten gekommen? Ein weiteres Rätsel geben die im Kirchenschiff schon im 19. Jahrhundert nicht sehr fachgerecht ausgeräumten Gräber auf. Die Skelette werden ins 7. Jahrhundert datiert. Damit gehört St. Michael zu den ältesten Kirchenbauten im Land. Am Sonntag können sich Besucher die Kirche und ihre Vergangenheit vor Ort erklären lassen.
Von 9 bis 17 Uhr durchgehend geöffnet ist an diesem Tag auch die Linkenboldshöhle in Onstmettingen. Der Albverein Onstmettingen führt die Besucher, erklärt Geschichte und Entstehen der Höhle und bewirtet.
Rottweil: Die Eisenbahnfreunden Zollernbahn öffnen am Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr ihr Vereinsdomizil im ehemaligen Bahnbetriebswerk in Rottweil. Interessierten Besuchern bietet sich ein Blick hinter die Kulissen der Museumswerkstatt. So kann man die in Aufarbeitung befindliche Vereinsdampflokomotive (Baujahr 1944) begutachten. Im Außenbereich stehen historische Schienenfahrzeuge und Wagen.
Weitere Infos auch über das Programm im Hohenzollerischen unter: www.tag-des-offenen-denkmals.de.
