Leserbrief

Zu unserem „Übrigens“ vom 28. August

Es wäre fatal, jetzt die Talgangbahn zu beerdigen

09.09.2010

Im letzten Absatz heißt es, dass sich der Albstädter Gemeinderat in den zurückliegenden zehn Jahren nicht nur ein Mal gegen die Reaktivierung der Talgangbahn entschieden hat und dass es stets Mehrheitsentscheide waren. Und dann kommt der Satz bei dem ich fast aus dem Sessel gekippt wäre, als ich ihn gelesen hatte. Ich bin baff, wie Sie die Befürworter der Talgangbahn als schlechte Demokraten betiteln, die wegen ihrer „Ideologie“ Mehrheitsentscheide nicht billigen und andauernd in Frage stellen und neu beurteilen lassen wollen? Kennen Sie die jeweiligen Einzelpersonen persönlich, um ein solches Urteil fällen zu können? Für mich klingt Ihre Aussage schon fast wie eine Beleidigung gegenüber jedem, der sich mit dem Thema beschäftigt. Weiter verblüfft mich, wie Sie dazu kommen, sich als Lehrer in Sachen Demokratie hinzustellen und öffentlich solche Äußerungen gegenüber einer Gruppe von sich zu geben. Sind Sie eigentlich einer, der auf der Talgangbahntrasse lieber einen Radweg oder Grünstreifen sehen will oder ist pressetechnisch gerade das Sommerloch, wo jedes Thema recht ist, um in irgendeiner Art und Weise darauf herumzureiten?

Sicher gehört es zur Demokratie Mehrheitsentscheide zu akzeptieren und zu respektieren, ebenso wie verlieren zu können. Aber zur Demokratie gehört auch, fragwürdige oder falsche Entscheidungen nicht einfach so hinzunehmen, sondern kritisch zu hinterfragen um eine erneute Prüfung gemäß aktuellen und zeitgemäßen Vorgaben herbeizuführen, die ggf. ein besseres Ergebnis hervorbringt. Und die Talgangbahn ist ein Thema, was immer wieder hinterfragt werden muss. Warum wurde schon genügend erörtert. Es wäre fatal die Bahn jetzt zu beerdigen, um in ein paar Jahren festzustellen, dass dies ein riesiger Fehler war. Denn ist die Trasse weg, gibt es kein zurück mehr. Und deshalb gibt es die Befürworter der Talgangbahn, die Entscheidungsträgern auf höchst demokratische Weise immer wieder auf den Zahn fühlen. Auch mit Erfolg, denn manch ein Entscheidungsträger Albstadts hat inzwischen die positiven Seiten der Talgangbahn als moderne Stadtbahn erkannt und spricht sich auch dafür aus. Sind diese Leute (Stadträte) schlechte Demokraten, nur weil sie ihre Meinung geändert haben?

Thomas Schmidt Hölderlinstraße 27, Onstmettingen

Zensur beim ZAK

Volker Bitzers Meinungsäußerungen sind bisweilen undifferenziert und nicht immer nachvollziehbar, aber das gesamte fragwürdige Ausmaß seines journalistischen Selbstverständnisses wird einem erst klar, wenn man weiß, daß er vor der Zensur von kritischen Meinungsäußerungen und vor einer einseitigen, manipulativen Berichterstattung nicht zurückschreckt, wie es v.a. beim Albstädter Streit um die Kürzungen im Kultursektor offen zutage getreten ist. Das ist z.T. dokumentiert unter http://kultur-stammtisch.blogspot.com/2010_06_01_archive.html, wo sich im Juni-Archiv 2 z.T. gekürzte oder gar nicht erst publizierte ZAK-kritische Leserbriefe finden.

Man beachte auch die e-mail-Korrespondenz am Ende des Kommentars (von unten nach oben zu lesen), in der Volker Bitzer mich explizit zur Zensur angeblich polemischer Passagen eines Leserbriefs aufgefordert hat, in dem ich sein journalistisches Credo zu Recht kritisiert habe.


Sehr geehrter Herr Bitzer,

mir liegt letztlich auch daran, dass der Brief möglichst bald erscheint, d.h. ich überlasse Ihnen das Kürzen...

Beste Grüße, in gespannter Erwartung

Ralf Michael Fischer






Zitat von "Volker Bitzer (ZAK Albstadt)" <volker.bitzer@zak.de>:

[Zitattext anzeigen - 249 Zeilen][Zitattext verstecken]
Sehr geehrter Herr Dr. Fischer

Ich kann mich nur auf das bereits Gesagte berufen. Eine vierte Variante wäre
noch, dass der Leserbrief dann nicht erscheint. Wir bitten um eine zeitnahe
Entscheidung. Mit der Bitte um Verständnis und einen schönen Tag.



Mit freundlichen Grüßen
ZOLLERN-ALB-KURIER
Redaktion Balingen
Volker Bitzer
___________________________
volker.bitzer@zak.de
www.zak.de


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Betriebsgesellschaft
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Geschäftsführer: Dipl.-Wirt.-Ing. Klaus Jetter


-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Ralf Michael Fischer [mailto:ralf-michael.fischer@uni-tuebingen.de]
Gesendet: Mittwoch, 26. Mai 2010 14:52
An: Volker Bitzer (ZAK Albstadt)
Betreff: Re: AW: Leserbrief

Sehr geehrter Herr Bitzer,

Ihre Argumentation wäre ganz schlüssig, hätte es nicht letzte Woche
mindestens 2 Leserbriefe gegeben, die über die 80-Zeilen-Grenze
hinausgegangen wären. Können Sie mir diesen performativen Widerspruch
plausibel machen? Ich werde meinen Brief auf jeden Fall nicht kürzen!

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Michael Fischer






Zitat von "Volker Bitzer (ZAK Albstadt)" <volker.bitzer@zak.de>:
Sehr geehrter Herr Dr. Fischer

Wir zeigen uns immer großzügig gegenüber allen Stimmen. Auch kritischen.
Allerdings sollte der Inhalt grundsätzlich nicht in Polemik abschweifen.

Jeder Leserbriefschreiber argumentiert auf seine Weise, warum sein
Leserbrief so immens wichtig ist, von den 80 Druckzeilen nach oben hin
abzuweichen. Das hatten wir vor Jahren schon einmal, mit dem Ergebnis,
dass alles wieder immens ausuferte. Ganz einfach: Weil jeder für sich
eine Ausnahme in Anspruch nimmt. Das geht leider nicht.

Kurzum: Ich habe mich an die Redaktionsrichtlinien zu halten und diese
heißen 80 Druckzeilen. Ausnahmen hiervon kann nur der Redaktionsleiter
verfügen und der ist bis 7. Juni im Urlaub.

Es gibt daher nun folgende Möglichkeiten: 1. Sie kürzen, 2. ich kürze,
oder 3. der Brief bleibt bis 7. Juni erst einmal liegen; wobei 3.
nicht automatisch heißt, dass der Leserbrief dann unverändert erscheinen
kann.



Mit freundlichen Grüßen
ZOLLERN-ALB-KURIER
Redaktion Balingen
Volker Bitzer
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-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Ralf Michael Fischer
[mailto:ralf-michael.fischer@uni-tuebingen.de]
Gesendet: Mittwoch, 26. Mai 2010 13:08
An: Volker Bitzer (ZAK Albstadt)
Betreff: Re: Leserbrief

Sehr geehrter Herr Bitzer,

ich werde den Leserbrief nicht kürzen! Die Gründe für das
Überschreiten des Zeilenlimits habe ich bereits Frau Stoll mitgeteilt.
Da es sich um ein wichtiges Thema handelt, müsste der ZAK
ausnahmsweise so viel Platz entbehren können! Wie Ihnen aufgefallen
sein dürfte, bündele ich in diesem Brief mehrere, komplex miteinander
verzahnte Bereiche. Eine ausführliche, angemessen differenzierte
Analyse und Darstellung würde mehrere Druckseiten in Anspruch nehmen!

Die Spitzen gegen den ZAK werde ich konsequenterweise auch nicht
entfernen, da die Verdichtung einer derartig umfassenden Argumentation
pointierte Formulierungen erfordert - so viel Kritikfähigkeit müsste
bei Ihrer Zeitung und bei Ihnen eigentlich vorhanden sein. Immerhin
sind Ihre Spitzen gegen die Galerie auch nicht von schlechten Eltern.
Über die "Objektivität" der Statistiken lässt sich sowieso streiten -
alleine das Ausblenden des Gesamtkontextes (u.a. Defizite, die nicht
im Kultursektor entstanden sind) kann auch schon zu einer verzerrten
Darstellung der Situation führen (das ist letztlich eines meiner
Argumente im Leserbrief). Dass in der "Statistik" nicht nur die
Galerie zum Tragen kam, ist im Brief erwähnt durch die Formulierung
"Albstadts Kultur und insbesondere die Galerie" - gerade derartige
Differenzierungen sind mitverantwortlich für die Länge meines Textes
(in dem letztlich alle Argumente und Formulierungen eng miteinander
verzahnt sind, auch um mich gegen Einsprüche einigermaßen abzusichern)...

Ein Grund für meine verzögerte Reaktion: man könnte es als eine Art
Langzeitstudie betrachten, weil sich dann allmählich ein Gesamtbild
herauskristallisiert und Zusammenhänge besser fassbar werden.

Kurzum: Zeigen Sie sich großzügig, auch gegenüber kritischen Stimmen!

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Michael Fischer














Zitat von "Volker Bitzer (ZAK Albstadt)" <volker.bitzer@zak.de>:
Sehr geehrter Herr Dr. Fischer

Wir haben ein grundsätzliches Zeilenlimit von 80 Druckzeilen bei
Leserbriefen. Daran muss ich mich halten und bitte Sie deshalb, den
Leserbrief zu kürzen. Andernfalls müssen wir ihn entsprechend kürzen.
Ihr Leserbrief kommt auf annähernd 130 Druckzeilen. Das ist auch bei
großzügiger Auslegung eindeutig viel zu viel.

Bitten möchte wir Sie auch, die Spitzen gegen den ZAK heraus zu
nehmen. So zum Beispiel Sätze wie "Warum gewährt man Volker Bitzer
freie Hand, um seine journalistische Autorität derart fahrlässig in
den Dienst einer irreparablen Schädigung in Albstadts Bildungs- und
Kultursektor zu stellen? Bitte mehr konstruktive Berichterstattung,
die Interesse weckt, sonst ist Albstadts Kultur wirklich bald so
schlecht, wie sie bisweilen im ZAK präsentiert wird!"

Es ist mir persönlich auch unverständlich, dass Sie erst jetzt,
Monate nach der objektiven, tabellarischen Aufstellung (in der
übrigens alle Einrichtungen, nicht nur die Galerie, zum Tragen kam)
so dezidiert darauf reagieren wollen.

Mit der Bitte um Verständnis



Mit freundlichen Grüßen
ZOLLERN-ALB-KURIER
Redaktion Balingen
Volker Bitzer
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volker.bitzer@zak.de
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Dr. Ralf Michael Fischer am 11.09.2010 17:56:27
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