Nicht nur schmissiger Marsch
Serenadenkonzert in Festhalle verlegt – Erlös kommt der Lebenshilfe zu Gute
Albstadt-Lautlingen, 09.09.2010
Nichtsdestotrotz fanden sich fast 500 Gäste ein, um den Klängen zu lauschen, die die Musiker unter Leitung von Hauptmann Martin Wehn hervorzauberten. Das Benefizkonzert galt dieses Mal der „Lebenshilfe für Behinderte Zollernalb“.
Wenn die Stadt Albstadt gemeinsam mit der Bundeswehr in Meßstetten zum Serenadenkonzert lädt, dann trifft sich in Lautlingen zum einen die „Musiker-Szene“ und zum anderen das „Who-is-Who“ von Bundeswehr, öffentlichem Leben sowie der Geschäftswelt im Zollernalbkreis. Oberleutnant Stefan C.P. Hinz konnte zum dritten und letzten Mal die zahlreichen Gäste begrüßen, denn am kommenden Donnerstag wird er bei der feierlichen Kommandoübergabe in Meßstetten verabschiedet. Vom Präsidenten der Wehrbereichsverwaltung Süd, Michael Brod, über die Amtsträger der Landratsämter Zollernalb und Sigmaringen, Bürgermeister aus Obernheim, Schwenningen und Schömberg und natürlich Meßstetten bis hin zu den militärischen Gästen des österreichischen Bundesheeres bis hin zum Präsidenten der Landespolizeidirektion Tübingen, Dietrich Moser von Filseck war alles vertreten, das sich an Musik erfreut und obere Dienstgrade bekleidet.
Auch Albstadts OB Dr. Jürgen Gneveckow freute sich über die große Gästeschar, die trotz kurzfristiger Ortsverlagerung gekommen war. Sein besonderer Hinweis galt dem Arbeitskreis „Schloss-Scheuer“, der die Veranstaltung bewirtete und demnächst mit der Scheuer eine „Kommunikationseinrichtung ganz besonderer Art“ eröffnen wird.
Das Erfolgsrezept von Hauptmann Wehn als musikalischem Leiter des Luftwaffenmusikkorps II aus Karlsruhe für die Serenade (bedeutet abendliches Ständchen) ist zum einen natürlich schmissige Marschmusik in höchster Perfektion und zum anderen moderne Blasmusik, Swing und natürlich darf auch eine kleine Gruppe nicht fehlen, die normalerweise die „Unterhaltung am Brunnen“, heuer eben in der Halle, besorgt.
Dass in Lautlingen natürlich dem Publikum bekannte Stücke zu Gehör gebracht werden, erhöht den Reiz durchaus, denn dann kann sich der geneigte Zuhörer auf die Feinheiten konzentrieren und genau diese wurden exakt wiedergegeben. Einfühlsame Soli-Stellen wechselten mit prachtvollen Tutti-Einsätzen. Der thematische Spannungsbogen reichte vom Einzugsmarsch aus „Zigeunerbaron“ über Impressionen aus dem Musical „Tanz der Vampire“ bis hin zu Benni Godmann-Memories oder „Sinatra in Concert“. Dazwischen immer wieder ein Marsch, mal traditionell, mal modern.
Ein besonderes Schmankerl gab’s für die Freunde der reinen Blechbläsermusik. Das „Tiefflug-Ensemble“ als eine von vielen kleineren Gruppen im LMK II, präsentierte ein Quintett aus Euphonium und Bass-Bläsern unter der Leitung von Hauptfeldwebel Andreas Hacken. Die humorige Conference übernahm der militärische Leiter des LMK II, Oberstabsfeldwebel Jürgen Weber. Hier fanden hauptsächlich eigene oder speziell für diese Besetzung geschriebene Arrangements Gehör und aufbrandenden Beifall. Vor allem „Radetzky goes America“ zeigte auch die technischen Finessen auf, die mit den großen Instrumenten machbar sind.
Der feierliche Abschluss fand das Konzert mit der „heimlichen Hymne der Luftwaffe“, dem Fliegermarsch von Hermann Dostal und natürlich der Nationalhymne. Die traditionellen „Standing Ovations“ waren der verdiente Lohn für ein Konzert der Sonderklasse zugunsten einer gemeinnützigen Organisation. Für Freunde bengalischer Lichter gab's zum Schluss noch ein kleines Feuerwerk und für die geladenen Gäste einen Stehempfang im Konzertsaal des Stauffenberg-Schlosses. Als Veranstaltungsort aber wünscht sich der Musikfreund, trotz der sehr guten Organisation in der Festhalle, wieder den romantischen Schlosshof bei sommerlichem Abendwetter.
