Simpel, aber sehr wirksam

Handball-Bundesliga: VfL nimmt Lobedank geschickt aus dem Spiel

Balingen, 08.09.2010 von Marcus Arndt

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Es bleibt dabei: Für den Balinger Handball-Bundesligisten gibt es gegen Altmeister VfL Gummersbach nichts zu holen. Im neunten Spiel kassierte der HBW die neunte Niederlage. Eine bittere Bilanz.

20 Minuten spielten die Schwaben auf Augenhöhe mit den Oberbergischen – dann reichte eine kurze Umstellung in der VfL-Abwehr aus, um die Truppe von Trainer Dr. Rolf Brack komplett aus dem Rhythmus zu bringen. Sein Gegenüber Sead Hasanefendic ließ mannbezogen gegen Felix Lobedank verteidigen. „Das war der Knackpunkt“, analysierte der Sportwissenschaftler, „wir hatten uns im Training auf diese Situation vorbereitet, haben aber nichts davon umgesetzt.“ Die Offensivdefizite nutzte der Altmeister konsequent und zog nach der ersten Führung (12:11/ 21.) mit 12:4 Toren davon. 25:15 hieß es nach 42 Minuten – die Entscheidung. „In den ersten 20 Minuten haben wir am oberen Limit gespielt. Das war internationale Klasse“, bilanzierte der 56-Jährige, „danach hatten wir phasenweise Kreisklasse-Niveau.“

Erneut enttäuschend: Neuzugang Roland Schlinger mit einer unterirdischen Quote von 20 Prozent (2 Tore/10 Versuche). Da auch Johan Boisedu nicht an die Leistung der Vorwoche anknüpfen konnte, fehlte dem HBW-Rückraum nach der Manndeckung gegen Lobedank die Durchschlagskraft. Einzig Benjamin Herth setzte punktuell Akzente. Zu wenig, um in der stärksten Liga der Welt zu bestehen. Das weiß auch Brack, der sich Sorgen macht: „Es könnte zu einer Standard-Abwehrtaktik unserer Gegner werden, Lobedank herauszunehmen. Und dann muss über die Mitte und aus dem linken Rückraum einfach mehr kommen.“

Da Gummersbach auch die Balinger Kreisläufer geschickt aus dem Spiel nahm und VfL-Keeper Vjenceslav Somic erneut glänzend hielt, fiel die Niederlage – wie in der Vorsaison – recht deutlich aus. Erst als Hasanefendic rotieren ließ, betrieben die Schwaben Ergebniskosmetik. Die zeigten wie schon im Auftaktspiel Schwächen beim Strafwurf. Viermal versuchten sich Herth & Co. – viermal blieb der kroatische Neuzugang der Gummersbacher Sieger. „In den ersten beiden Spielen haben wir nun schon sieben Siebenmeter verschossen. So etwas können wir uns nicht leisten“, haderte Brack.

Da ist es für den Dozent der Universität Stuttgart doppelt bitter, dass vor dem richtungsweisenden Heimspiel gegen Aufsteiger TSG Friesenheim (Samstag, 19 Uhr, SparkassenArena Balingen) just Schlinger und Keeper Nikolai Marinovic zu Wochenbeginn fehlten, die bei einem Lehrgang der österreichischen Nationalmannschaft gefordert waren. Alles andere als optimal für Brack, um seine Mannschaft auf das Duell gegen den Neuling aus der Pfalz einzustellen. Die „Eulen“ zeigten zuletzt trotz der 27:31-Heimniederlage gegen den TBV Lemgo eine ansprechende Leistung. Neuzugang Andrej Kogut (zuletzt Düsseldorf, d. Red.) harmonierte bereits glänzend mit dem russischen Kreisläufer Evgeni Pevnov, der sechsmal gegen die Ostwestfalen einnetzte. Und so war TSG-Kommandogeber Thomas König trotz der zweiten Saisonniederlage nicht unzufrieden: „Wir haben heute länger mitgespielt als zuletzt in Kiel. Die zum Teil eklatanten technischen Fehler müssen wir weiter minimieren. Zudem gilt es, unser Überzahlspiel effizienter zu gestalten und unsere Wurfqualität zu verbessern.“ Marco Hauk, Friesenheims verletzter Rechtsaußen, ergänzte, dass „es für jeden Handballer natürlich enttäuschend ist, wenn er nicht gewonnen hat. Wir haben heute aber sehr gut gespielt, wenngleich uns noch zu viele kleine Fehler unterlaufen. Lemgo hatte die nicht. Wir haben klasse gekämpft und werfen in der Schlussphase, beim Stand von 26:29, in der zweiten Welle den Ball weg. Das war sehr schade. Eine Steigerung ist zu erkennen, aber ganz rund läuft es noch nicht. Wir müssen weiterarbeiten und aus den Fehlern lernen und diese abstellen.“


Ramota hilft in St. Gallen aus

Christian Ramota kehrt zwischen die Pfosten zurück – für ein paar Spiele. Nach dem Ausfall von Thomas Isenrich (Meniskus-Operation, d. Red.) mussten die Verantwortlichen des TSV St. Otmar reagieren und haben Ramota verpflichtet. Der frühere Nationalkeeper, der vor zwei Jahren seine Karriere beim HBW beendet hat, lebt und arbeitet seit einiger Zeit in St. Gallen. Er ließ sich davon überzeugen, für den Schweizer Traditionsverein nochmals das Torwarttrikot überzustreifen.

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