Leserbrief

Leserbrief zu „Verlieren gehört zur Demokratie“ vom 28. August

Nachhaltig für Albstadt denken

08.09.2010

Drei Dinge würden wir hierzu gerne ergänzen: Zu unserem Verständnis von Demokratie gehört, dass die von uns gewählten Volksvertreter den Willen des Volkes nicht nur vor der Wahl formulieren, sondern auch nach der Wahl ausführen. Wir können uns z. B. nicht vorstellen, dass es der Wille des Bürgers ist, dass seine Steuern zum Bürgen für Bankers Bonuszahlungen verwendet werden und der Bürger per Abgabenerhöhung dafür die Rechnung bekommt. Da kommen wohl die Begriffe Lobbyismus und Parteientaktik ins Spiel.

Sie, Herr Bitzer, vergleichen Stuttgart 21 mit der Reaktivierung der Talgangbahn. Sie haben also die Wichtigkeit der geplanten Regiostadtbahn erkannt! Dabei sind folgende Punkte zu beachten. Sie dürfen die Talgangbahn nicht weiterhin isoliert als Strecke von Onstmettingen nach Ebingen betrachten, sondern als Teil eines Stadtbahnnetzes, das uns mit Stuttgart 21 (inkl. Flughafen Stuttgart) und mit den Zentren Reutlingen und Tübingen verbindet. Das ist Zukunft für Albstadt!

Auch muss gesagt werden, dass die Entscheidung gegen die Reaktivierung 2002 vom Gemeinderat getroffen wurde, ohne das Kostenangebot der HzL abzuwarten. Das war damals wohl mehr parteipolitisches Taktieren als der Sache zu dienen. Heute prüft die gesamte Region die Möglichkeiten für eine Regionalstadtbahn. Hierbei ist die Achse Onstmettingen – Ebingen bis Tübingen eine Kernlinie. Die Erarbeitung einer standardisierten Bewertung läuft bereits. Sie sehen, in der Demokratie ist es gut, dass man Fehler korrigieren kann und sich Bürger demokratisch für die Entwicklung ihrer Stadt und Region einsetzen und dabei mit ihren Volksvertretern im Dialog stehen. Ideologie ist hierfür das ganz falsche Wort.

Klimaexperten der ganzen Welt sagen voraus, dass mit zunehmender Erderwärmung, ausgelöst auch durch unser Verhalten als PS gedopte Zivilisationsbürger, die Häufigkeit der Stürme in den nächsten Jahren stark zunehmen wird. Die daraus entstehenden Schäden (auch in Albstadt) sind nicht absehbar und auch kaum zu finanzieren. Da wundert es uns doch sehr, dass auf einer einzigen Seite im ZAK über einen tornadoähnlichen Sturm in Tailfingen mit großen Schäden berichtet wird und direkt daneben von Ihnen, Herr Bitzer, gegen eine klimafreundliche, elektrifizierte Regionalstadtbahn Stimmung gemacht wird. Man sollte hier nachhaltig denken und so hoffen wir für Sie, dass Ihr Dach beim nächsten Tornado verschont bleibt und nicht ausgerechnet Sie zu den Verlierern gehören.

Hans-Helmut Maute Am Bühl 20, Onstmettingen Christoph Luippold Landhausstraße 53, Tailfingen