Paul orakelt auf dem Heuberg
Strohpark eröffnet: Schwenninger zeigen erneut Ideenreichtum und Kreativität
Schwenningen, 06.09.2010 von Bianka Roith
Wieder einmal wurde nämlich zuvor „Strohpoker“ gespielt: Die letzten Büschel wurden erst am Vortag abends um halb fünf Uhr gepresst. Erst dann konnten die Strohbinder loslegen, um ihre Objekte zu bauen. Nun können die Figuren und Kreationen bis zum 16. Oktober auf der Festwiese neben der Heuberghalle bestaunt und begutachtet werden.
Es ist jedes Mal faszinierend, wie kreativ die Schwenninger Binder sind. Die Ideen gehen ihnen einfach nicht aus. Im Gegenteil: Viele haben schon jetzt im Kopf, was sie kommendes Jahr verwirklichen werden. Jedes Jahr werden die Objekte noch kunstvoller, origineller und schöner.
Sogar der orakelnde Oktopus Paul hat sich auf den Heuberg verirrt und tippt dieses Mal auf Deutschland als Sieger gegen Spanien bei der Fußball-WM. Dschungelbuch-Bär Balu lehnt sich gemütlich an seine Palme, Äffle und Pferdle geben ihre schwäbischen Weisheiten zum Besten und ein paar Vögel sitzen schon auf der Stromleitung parat, um abzudüsen in den Süden. Außerdem gibt es zum ersten Mal ein Bewegungsobjekt: ein Mühlrad, mit Wasser angetrieben. Wickie könnte mit seinen starken Männern auf einem prunkvollen Schiff sofort in See stechen. Dieses Wikingerschiff wurde gebaut von den Oberschwäbischen Werkstätten (OBW) aus Sigmaringen, womit der Strohpark erneut ein integratives Projekt ist.
„Wir haben wirklich Strohkünstler in unserer Gemeinde“, so Schwenningens Bürgermeister Herbert Bucher voller Stolz. Es sei eine Kunst, die Idee zu haben, aus Stroh etwas zu binden und Menschen zu bewegen, dasselbe zu tun. Doch die allergrößte Kunst sei, den Gemeinschaftssinn und das notwendige Durchhaltevermögen zu bewahren. „Unser Dorf lebt von diesen Menschen, die nicht müde werden, miteinander etwas auf die Beine zu stellen.“ Und so werde der Strohpark zu einer gewachsenen Tradition.
„Unsere Strohbinder haben sich wieder heftig ins Zeug gelegt und haben wahre Kunstwerke gebaut“, war auch HGV-Vorsitzender Markus Lucke voll des Lobes über die Vielfalt, die im Strohpark präsentiert wird. „Die Ideen und die Kreativität gehen den Schwenningern nicht aus, wie man hier wieder deutlich sehen kann“, hob Markus Lucke das Engagement, die Ideen und den Arbeitseinsatz der rund 100 Strohbinder hervor, die sich stundenlang mit Stroh beschäftigten, um die wunderschönen Objekte für die Freiluftausstellung mit dem besonderen Charme zu bauen und zu binden.
