Angstgegner schlägt erneut zu

Handball-Bundesliga: Balingen-Weilstetten verliert mit 24:32 in Gummersbach

Gummersbach, 06.09.2010 von Marcus Arndt

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Beim Angstgegner VfL Gummersbach kassierte der Balinger Handball-Bundesligist die zweite Saisonniederlage. Diese fiel nach einer passablen ersten Spielhälfte am Ende recht deutlich aus: mit 24:32 (13:16).

Es bleibt dabei: Der HBW kann gegen den ambitionierten Altmeister nicht punkten. Wie schon in der vergangenen Runde kassierte Balingen-Weil-stetten im Oberbergischen Land eine klare Niederlage. Fünf schwache Minuten vor und nach der Pause brachten bereits frühzeitig die Entscheidung.

Dabei knüpfte der Tabellen-15. der vergangenen Runde in Gummersbach zunächst nahtlos an die gute Leistung der Vorwoche an. Frank Ettwein (2 Tore) und Felix Lobedank sorgten nach knapp drei Minuten für eine 3:0-Führung der Schwaben, die den Vorsprung zunächst konservierten. Spielmacher Benjamin Herth und Neuzugang Roland Schlinger hielten die Oberbergischen weiter auf Distanz (5:3/5.), doch der Europapokalsieger der Pokalsieger wurde stärker und konterte durch Vedran Zrnic und Drago Vukovic zum 6:6 (8.). „Das sind spielerisch nicht die Besten, aber dafür geht es gegen die immer gewaltig zur Sache“, hatte Nationalspieler Adrian Pfahl vor dem Spiel gewarnt. Und doch ließen der Ex-Oßweiler und seine Teamkollegen sich von „ewigen Kämpfern“ weiter beeindrucken.

So war es auch in der Folgezeit ein Duell auf Augenhöhe mit leichten Vorteilen für den HBW, der nach einem 3:0-Lauf wieder vorne lag. Herth und Lobedank demontierten die VfL-Defensivabteilung – und im HBW-Kasten hielt Nikolai Marinovic überragend. Doch einmal mehr machte das Team von Trainer Dr. Rolf Brack zu viele einfache Fehler, scheiterte immer wieder am sensationellen Kroaten Vjenceslav Somic, und nach 2:8 Toren bat der Sportwissenschaftler zur Extrabesprechung an die Seitenlinie (11:14/24.). Die Auszeit zeigte Wirkung! In Überzahl brachten Lobedank und Vladimir Temelkov die Schwaben beim 13:14 wieder in Schlagdistanz. Noch knapp fünf Minuten waren in Durchgang eins zu spielen. Der VfL drückte noch einmal kräftig aufs Tempo. Der überragende Vukovic, der im Gummersbacher Rückraum nach dem Szilágyi-Abgang die Akzente setzte, und Jörg Lützelberger sorgten für die 16:13-Pausenführung. Die war nicht unverdient, aber schmeichelhaft für den Europapokalsieger.

Zurück aus den Kabinen sorgte der VfL binnen weniger Minuten für die Vorentscheidung. In nummerischer Überlegenheit – Lobedank saß zum zweiten Mal draußen – bauten Adrian Wagner (2) und Zrnic den Vorsprung binnen 120 Sekunden auf sechs Treffer aus. Und es kam noch schlimmer für die Balinger. Ex-Nationalspieler Wagner erhöhte mit seinen Treffern drei und vier nach der Pause die VfL-Führung auf 20:13 (33.), ehe Wolfgang Strobel nach fast acht torlosen Minuten der Schwaben traf. Doch wie schon in der Vorsaison: In Gummersbach blieb den Balingern nach dem Seitenwechsel nur die Statistenrolle. Pfahl schraubte in Unterzahl das Ergebnis weiter in die Höhe: zum 23:14 nach 37 Minuten.

Wie würde der HBW auf den 1:7-Lauf reagieren? Brack nahm den Torhüter raus, ließ kräftig rotieren – doch nichts funktionierte. Das blau-weiße Ensemble spielte sich in einen wahren Rausch, führte beim 25:15 erstmals zweistellig (42.). Auf der Gegenseite taten sich die Schwaben unglaublich schwer im Positionsangriff. Offenbar hatte VfL-Kommandogeber Sead Hasanefendic in der Pause die richtigen taktischen Winkelzüge vorgegeben, denn weder aus der Distanz noch vom Kreis oder den Außenpositionen kamen die Schwaben zum Zug. Drei Tore in 15 Minuten – das spricht Bände. Johan Boisedu traf zum 16:25 (45.). Und es wurde noch schlimmer: Neben Lobedank handelte sich auch Ettwein seine zweite Zeitstrafe ein, so dass die 3:2:1-Abwehr fast nicht mehr spielbar war.

In den Schlussminuten verwalteten die Oberbergischen das Ergebnis – und die Balinger verkürzten durch Herth und Dennis Wilke zum 21:29 (52.). Beim Acht-Tore-Rückstand blieb es schließlich. „Zumindest nicht zweistellig“, so der einhellige Tenor der Schwaben, die auch im Zweitrundenspiel um den DHB-Pokal (21. September, 20.15 Uhr, SparkassenArena Balingen) nur krasser Außenseiter sind. „Wir haben aber nicht alles gezeigt, was wir können“, betonte Hasanefendic, „das machen wir dann beim Pokalspiel in Balingen.“


VfL Gummersbach – HBW Balingen-Weilstetten: Teams & Tore

– 60., 24 Gegentore/ 21 Paraden), Hammerschmidt (n. e.); Vukovic (7), Zrnic (6/2), Lützelberger (6), Wagner (4/1), Pfahl (4), Krantz (2), Wiencek (2), Anic (1), Schindler, Teppich, Valcic, Rahmel.

HBW Balingen-Weilstetten: Marinovic (1. – 51., 27 Gegentore/ 11 Paraden), Zoubkoff (ab 51., 5/ 0); Lobedank (5), Herth (5), Ettwein (3), Sauer (2), Schlinger (2), Ilitsch (2), Boisedu (2), Wilke (1), Strobel (1), Temelkov (1), Mitkov, Bürkle.

Zuschauer: 1980.

Schiedsrichter: Schulze/ Tönnies (Magdeburg).

Spielfilm: 0:3 (2.), 2:4, 3:5, 6:6 (8.), 6:9, 9:9, 13:11 (21.), 16:13 – 21:14 (34.), 23:15, 25:15, 27:16 (46.), 27:19, 29:19, 30:22 (56.), 32:24.

Siebenmeter: 6/3:4/0 (Zrnic und Wagner scheitern an Marinovic/ 10. und 50. Pfahl wirft an den Pfosten/ 11. – Herth, Temelkov, Herth und Wilke scheitern an Somic/ 17., 36., 49. und 57.).

Zeitstrafen: 10:10 Minuten (Anic, Vukovic, Schindler, Lützelberger, Valcic – Ettwein/ 2, Lobedank/ 2, Ilitsch).

Nächstes Spiel: HBW – TSG Friesenheim (11. September, 19 Uhr, SparkassenArena Balingen).

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