August versaut die Sommerbilanz
Kein Sommermonat nach Wunsch – Zu kalt und zu deutlich zu wenig Sonne
Balingen-Heselwangen, 04.09.2010 von Karl-Heinz Jetter
Seit 1979 gerechnet, ergibt sich für den August eine Durchschnittstemperatur von 17,2 Grad, an Niederschlag fielen im Schnitt 85,1 Liter pro Quadratmeter und die Sonne (seit 1990 gerechnet) schien durchschnittlich 231,4 Stunden. Der August bringt es zum Vergleich auf eine Mitteltemperatur von 16,6 Grad, 83,4 Liter Niederschlag und 179,9 Sonnenscheinstunden.
Mit dieser Bilanz war der vergangene August nur kalendarisch ein Sommermonat, und er verschlechterte die Gesamtbilanz des Sommers – denn mit dem August endet für die Meteorologen auch der Sommer.
Doch wenn man es auch nicht glauben will, der Sommer war im gesamten gesehen etwas wärmer und sonnenscheinreicher als es die Durchschnittswerte seit 1979 für diese Jahreszeit ausweisen – allerdings auch etwas nasser.
Als Sommertag bezeichnen die Meteorologen einen Tag, an dem die Temperatur mindestens auf 25 Grad Celsius ansteigt. Bei uns brachte es der Sommer 2010 auf 39 Sommertage. Dazu steuerten der Juni zwölf , der Juli 19 und der August acht Sommertage bei. Und zum Vergleich: Seit Bestehen der Wetterstation in Balingen-Heselwangen (1979 - 2009) gab es im Durchschnitt 33,8 Sommertage in diesen drei Monaten.
So beurteilt, war der Sommer 2010 ein klein wenig besser als ein Durchschnittssommer. Im Zeitraum 1. Juni bis 31. August ist es bei uns durchschnittlich 16,8 Grad warm. In diesem Jahr errechnet sich eine Durchschnittstemperatur von 17,5 Grad Celsius – also fast ein Grad wärmer als üblich.
Wenn trotzdem jemand über den Sommer 2010 schimpft, so mag es vielleicht daran liegen, dass an Sonnenschein einige Stunden fehlen – durchschnittlich sind es 695,2 Stunden, heuer waren es „nur“ 679 Stunden - und abgesehen vom letzten Junidrittel und vom Julianfang eine längere andauernde Schönwetterzeit mit heißen, trockenen und sonnigen Tagen fehlte. Übrigens was die hohen Temperaturen anbelangt, so wurden in diesem Sommer zehn Mal (davon neun Mal im Juli) die Grenze eines heißen Tages von 30 und mehr Grad überschritten. Wenn man davon ausgeht, dass im September nicht mehr die höchste Temperatur im Jahr erreicht wird, so darf der 10. Juli in Anspruch nehmen, mit 33,6 Grad bei uns der heißeste Tag des Jahres gewesen zu sein.
Im August kletterte das Thermometer nie auf 30 und mehr Grad. Am wärmsten war es zu Beginn des letzten Monatsdrittel – am 22. der Monatshöchstwert von 29,8 Grad. Davor und danach machte die Temperatur eine Berg- und Talfahrt, um in den letzten Augusttagen tief in den Herbst zu fahren. Nur noch 10,6 Grad zeigte das Thermometer als Tageshöchstwert am Montag, 30. August und 6,0 Grad als Tagestiefstwert am Folgetag an. In der Nacht zum 1. September ging die Erdbodentemperatur auf 1,5 Grad zurück.
Die 13 Regentage im August verteilen sich fast gleichmäßig über den Monat.
Und das sagt die Statistik über den August dieses Jahres
Temperatur Die Monatsdurchschnittstemperatur des August betrug plus 16,6 Grad. Vergangenes Jahr war der August 19,1 Grad warm, und der Durchschnitt seit 1979 bis 2009 weist plus 17,2 Grad aus. Sommertage (25 und mehr Grad) wurden im August acht registriert – durchschnittlich sind es 13. Doch anstatt drei „heißer Tage“ im Durchschnitt gab es im August nicht einen einzigen so genannten „heißen Tag“ mit 30 und mehr Grad.
Regen Regentage mit einem oder mehr als einem Liter pro Quadratmeter, wurden dagegen 13 gezählt und in der Summe kamen 83,4 Liter zusammen. Im Jahr 2009 war es mit nur 39,1 deutlich trockener, und im Durchschnitt (1979 – 2009) regnete es 85,1 Liter im August.
Nebel wurde auf Stationshöhe nicht registriert, und nennenswert gewittert hat es auch nur an 3 Tagen.
Wind Böen mit Windstärke 6 (39 km/h und mehr) wurde dagegen im vergangenen August an insgesamt elf Tagen registriert.
Sonne Die Sonne schien an der Beobachtungsstation 179,9 Stunden, im August des Jahres 2009 waren es 276,2 Stunden und seit 1990 bis einschließlich 2009 sind es durchschnittlich im August 231,4 Sonnenscheinstunden.
