Moderne Produktion von Hackschnitzel
Forstminister Rudolf Köberle informiert sich im Balinger Stadtwald über geeignete Methoden
Balingen, 04.09.2010 von Frank D. Engelhardt
Landrat Günther-Martin Pauli nimmt eine Hand voll frische Hackschnitzel und zieht den aromatischen Duft des Holzes in sich auf. In den eineinhalb Stunden davor war eine ganze Delegation rund um den baden-württembergischen Forstminister Rudolf Köberle durch den Wald gezogen. Thema: Klimaschutz, Energie und Wald.
„Der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch soll in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 auf mindestens 13 Prozent erhöht werden, das entspricht einer Steigerung um 40 Prozent“, betont Rudolf Köberle, Minister für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz. Vor allem durch die effektive Nutzung von Waldrestholz soll dies möglich werden. In Balingen informierte sich der Politiker wie moderne Energieholzlogistik vom Wald bis zum Qualitätsbrennstoff aussehen kann.
Die fachliche Einführung übernahm Forstamtsleiter Christoph Heneka. Er verwies auf die Besonderheiten des Zollernalbkreises, der durch die verschiedenen Gesteinsschichten auch eine unterschiedliche Bewirtschaftung zulasse. Man habe sich bereits sehr früh mit der Produktion von Hackschnitzel beschäftigt, Anstoß hierfür habe Albstadt gegeben. Dort wurde nun auch im vergangenen Jahr eine moderne Hackschnitzel-Anlage in der Kreisklinik in Betrieb genommen.
Beim Ausbau der erneuerbaren Energien müsse natürlich darauf geachtet werden, dass sie bezahlbar bleibe, erklärte der Forstminister. Auf aktiven Klimaschutz durch die Reduktion der CO2-Emissionen werde ebenfalls großen Wert gelegt. Daher fördere das Land seit 15 Jahren die Nutzung von Restholz.
Der Balinger Forstamtsleiter Michael Kauffmann führte sodann durch die einzelnen Stationen der Hackschnitzelproduktion. Vom Fällen des Baumes über das eigentliche Hacken im Großhacker bis hin zum Transport im Containerfahrzeug und zum gütesortierten Hackschnitzel im Großlager der Straßberger Firma Schotter-Teufel. Alle Vorgänge wurden durch Fachleute eindrucksvoll demonstriert und mit interessanten Informationen angereichert.
Zurück in Balingen besuchte der Minister noch die Klimtausstellung in der Stadthalle. Bereits am frühen Nachmittag stand zudem eine Visite bei der Balinger Firma Vötsch auf dem Programm.
