Eine Haselmaus verzückt die Wanderer

Siebenschläferwanderung wird zu einer interessanten und abwechslungsreichen Lehrstunde

Schwenningen, 04.09.2010 von Volker Schweizer

Der Siebenschläfer hat seinen Namen zurecht verdient. Das halbe Jahr pennt der faule Geselle. Und im Sommer wird er nur aktiv, um den Nachwuchs großzuziehen und Speck für den Winter anzufressen.

Gestern wollten auf Einladung des ZOLLERN-ALB-KURIER und des Naturschutzzentrums Obere Donau unsere Leser dem Siebenschläfer einen „Besuch“ im Schwenninger Gemeindewald abstatten. Leider bekamen sie aber den nachtaktiven Kobold nicht zu sehen.

Enttäuscht gingen die Teilnehmer, die sich aus allen Ecken unseres Verbreitungsgebietes auf den Großen Heuberg aufgemacht hatten, nicht nach Hause. Ganz im Gegenteil. Alle waren ganz verzückt, als aus einem Nistkasten plötzlich eine niedliche Haselmaus huschte. Sie „platzierte“ sich so geschickt auf einem Ast, dass sie aus nächster Nähe bewundert werden konnte. Außerdem wurden im Dickicht Haselnüsse aufgespürt, die ein Siebenschläfer angeknabbert hatte.

Dass der Nachmittag ein voller Erfolg wurde, ist aber in erster Linie Naturpark-Ranger Markus Ellinger zu verdanken. Der Fachmann vom Naturschutzzentrum Obere Donau machte aus der „Siebenschläferwanderung“ eine äußerst interessante und abwechslungsreiche Lehrstunde. Er beließ es dabei nicht nur mit Erklärungen, sondern bezog die Mitwanderer immer wieder mit ein. Besonders die zahlreichen Kinder hatten ihre Freude am Frage-Antwort-Spiel. Seine Aufforderung, die Augen offen zu halten, nahmen sie genau. Schon nach den ersten Metern stießen sie am Waldboden auf vier Federn. „Die müssen von einem Habicht oder einem Mäusebussard stammen“, mutmaßte Markus Ellinger.

Es dauerte nicht lange, da stand die Truppe mitten in einem Fichtenwald. Der Ranger stellte dabei sein Lieblingstier, den Gartenschläfer vor. Gegenüber seinem Bruder, dem Siebenschläfer, der sich von Bucheckern und Eicheln ernähre, bevorzuge dieses putzige Kerlchen Insekten, Pilze und Beeren. Weiter informierte er, dass eine Eulenart, der Waldkauz, der größte Feind des Siebenschläfers sei.

Auf morastigem Boden und entlang einer riesigen Fläche mit Pilzen steuerten die Wanderer eine Waldlichtung an, wo Markus Ellinger an Schalenresten erklärte, wer diese gefressen hatte. Dann kam man dem Siebenschläfer immer näher. Ellinger war guter Hoffnung, einen Nager präsentieren zu können. Doch leider waren alle Nistkästen leer.

Einen Siebenschläfer gab es am Ende aber doch noch zu sehen – wenn auch nur in präparierter Form. Den Kindern war's egal, sie hatten ihre Freude am Streicheln.

Optionen

Bilder (2)

Schlagworte

Anzeige

PROBE LESEN

ONLINE ZEITUNG