Form stimmt optimistisch

Handball-Bundesliga: HBW tritt beim Angstgegner Gummersbach an

Balingen, 03.09.2010 von Marcus Arndt

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Morgen Abend geht der Balinger Handball-Bundesligist in Gummersbach auf die Platte. HBW-Coach Dr. Rolf Brack fordert gegen den Angstgegner „ein mutiges Zweikampfverhalten und Kontertore“.

Die Bilanz spricht Bände: Achtmal haben die Schwaben bis dato gegen die Oberbergischen gespielt – und achtmal verloren. Auffallend: das Torverhältnis von 207:261. „Hasanefendic ist ein intimer Kenner der jugoslawischen 3:2:1-Abwehr“, erklärt HBW-Kom-manndogeber Rolf Brack, „zudem hatten wir immer mit VfL-Keeper Stojanovic große Probleme.“ Der Montenegriner fehlt im morgigen Duell (19 Uhr, Eugen-Haas-Halle) verletzungsbedingt. In der Vorbereitung zog sich der Kapitän des Altmeisters einen Muskelfaserriss zu und fällt aus. Ein Vorteil für die Balinger? Brack winkt ab – und verweist auf Vjenceslav Somic. Der Kroate wechselte im Sommer vom kroatischen Spitzenklub RK Zagreb zum Europapokalsieger der Pokalsieger. In Lemgo rettete er den Oberbergischen den Sieg. Die Hallenuhr in der Lipperlandhalle zeigte 59:50 Minuten, als Avishay Smoler ein letztes Mal dynamisch in den Kreis sprang und mit seinem linken Wurfarm auf die lange Ecke zielte. Und sie zeigte 59:50 Minuten, als der 33-Jährige sein rechtes Bein irgendwie an diesen Ball brachte und das Spielgerät an den Pfosten lenkte. „Bei Somic hatte ich keine Angst. Ich wusste, dass er ein sehr guter Torwart ist“, sagt Gummersbachs Trainer Sead Hasanefendic nach der Partie unaufgeregt, und sein Gegenüber Volker Mudrow fügt süffisant hinzu: „Von wegen ersatzgeschwächt, weil Stojanovic verletzt ist. Somic war der beste Mann auf dem Platz.“

Neben Kreisläufer Igor Anic, der vom THW Kiel zum Altmeister stieß. Der warf gegen die Ostwestfalen neun Tore, harmonierte bereits glänzend mit VfL-Regisseur Geof-froy Krantz und dem früheren Oßweiler Adrian Pfahl. „Eine ganz starke Achse“, urteilt Brack über das VfL-Trio, welches 21 der 31 Gummersbacher Tore im ersten Spiel warf. „Solche Klubs haben eben ganz andere Möglichkeiten als wir“, nimmt er den Gesprächsfaden wieder auf, „und haben die Abgänge von Viktor Szilagyi und Robert Gunnarsson rasch kompensiert.“ Eine Erklärung liefert der Dozent der Universität Stuttgart gleich nach: „Gummersbach hat in den vergangenen Jahren eine sehr gute Spielanlage entwickelt.“ Im Angriff mit dem spielstarken Rückraumtrio Drago Vukovic, Krantz und Pfahl sowie in der Abwehr, wo Hasanefendic eine offensive 6:0- Formation präferiert, aus welcher die Oberbergischen über eine sehr aggressive 5:1- oder 3:3-Variante Druck auf den Gegner aufbauen. „Darauf sind wir vorbereitet“, betont der HBW-Coach, „ich rechne sogar mit einer Manndeckung gegen Lobedank.“ Dann sei die linke Seite gefordert, so Brack weiter. Doch just auf der Königsposition plagen ihn erneut Personalsorgen. „Schlinger kann aufgrund der Schulter-Ellenbogen-Problematik nur dosiert trainieren“, verrät der 56-Jährige, „und auch bei Boisedu sieht es nicht gut aus.“ Der Franzose – gegen die Löwen einer der besten Balinger – droht ebenfalls auszufallen. „Er hat nur die Grippe“, gibt Brack im Hinblick auf das richtungsweisende Heimspiel gegen Aufsteiger TSG Friesenheim Entwarnung, „doch ob es bis Samstag reicht, ist fraglich.“

Da kommt es dem Sportwissenschaftler gelegen, dass die Schwaben erst am Samstag ins Oberbergische Land reisen. „Aus Kostengründen“, räumt Brack unumwunden ein, „haben wir uns dazu entschieden. Es ist natürlich eine lange Busfahrt – und ich hoffe, dass die Anreise am Spieltag am Ende nicht ausschlaggebend ist. Zumindest haben wir am Freitag ein richtiges Abschlusstraining.“ Da wird er nochmals auf Rückzugs- und Konterverhalten eingehen. „In diesen Bereichen können wir kurzfristig viel erreichen“, meint der Balinger Trainer, „wenn wir unsere taktischen Aussetzer abstellen. Gegen die Löwen waren Fehler dabei, die Eigentoren gleichkommen.“ Dennoch geht der Erfolgstrainer von den Fildern verhalten optimistisch in das Duell mit dem zwölffachen deutschen Meister: „Wir haben eine gute Form.“

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