Ein Schwabe in Arizona

Horst Weinheimer wanderte vor 54 Jahren aus Ebingen aus

Albstadt-Ebingen, 03.09.2010 von Helen Weible

Im Alter von 25 Jahren packte Horst Weinheimer die Abenteuerlust. Mit seiner Frau verließ er die Ebinger Heimat. Mittlerweile lebt das Ehepaar in Arizona, hält aber Kontakt zu Freunden und Familie.

Höhepunkt der diesjährigen Deutschlandreise war sicherlich das Treffen des Jahrgangs 1931 Ebingen. Horst Weinheimer und seine Frau Irene freuten sich jüngst über ein Wiedersehen der Ebinger Freunde und saßen lange mit ihnen in ihrer angestammten Wirtschaft, der „Sandgrube“, zusammen. „Damals hatte mich die Abenteuerlust gepackt“, erzählt der 79-Jährige mit einem knitzen Lächeln. Von Bremen aus ging es auf eine zehntägige Schifffahrt Richtung kanadische Küste. „Mein Schwäbisch machte mir schon beim Essenbestellen in Bremen Schwierigkeiten“, berichtet der Weltenbummler amüsiert, „da wollte ich nicht wissen, wie es mir in Übersee gehen würde.“

Doch der Maschinenschlosser schlug sich problemlos durch. Das Ehepaar ließ sich für acht Jahre im kanadischen Toronto nieder. Dann wollte sich Horst Weinheimer beruflich verbessern. Sie zogen nach Chicago und hielten es dort gut 17 Jahre aus, ehe sie sich wieder für einen Wohnortwechsel entschlossen. Es zog die beiden in den warmen Süden, nach Tulsa, eine Stadt in Ost-Oklahoma. Hier wagten sie den Schritt in die Selbstständigkeit und eröffneten einen Wäscheservice. Einige Jahre führten die beiden ihr Geschäft, bis Horst Weinheimer Mitte Fünfzig seinen Beruf wieder aufnahm.

Als Horst Weinheimer 1997 in Frührente ging, machten sie sich auf nach Sun City West im heißen Arizona. In dieser als „Seniorenstadt“ apostrophierten Siedlung wohnt das Ehepaar noch heute. Dort wandern sie viel im „Tal der Sonne“. Überhaupt ist Horst Weinheimer körperlich topfit, ein begnadeter Tennisspieler und Golfer.

Auch hält er sich mit regelmäßigem Schwimmen gesund. Gepflegt wird der Kontakt zu Ebingen und der Heimat: mit Jahrgänger Wilfried Krimmel telefoniert der Rentner täglich und „schwätzt“ dann selbstverständlich auf Schwäbisch.

„Wenn wir nach Ebingen kommen, ist es so, als wären wir nie weg gewesen“, beschreibt seine Frau die gute Beziehung zu den „Daheimgebliebenen“. Selbst ihre Enkeltochter, deren Mutter einige Zeit in Südamerika gelebt hat, kennt Ebingen. Dort hat sie sogar mehrere Sommer bei den Waldheim-Freizeiten mitgearbeitet.

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