„Bärenfallen“ am Stauseerundweg
Spitze Äste nach Mulcharbeiten – Bürgermeister Sprenger: „Keine Gefahr für Radfahrer“
Schömberg, 02.09.2010 von Daniel Seeburger
Ein besorgter Opa, der mit seinen Enkelkindern regelmäßig um den Stausee radelt, wird den Weg in den nächsten Wochen meiden. „Das ist richtig gefährlich“, sagt er, „einige der Äste ragen wie Speere aus dem Boden. Wenn da ein Kind vom Rad stürzt, könnte ein großes Unglück geschehen“, befürchtet er. Gar von einer „Bärenfalle“ spricht ein Spaziergänger und geht kopfschüttelnd weiter.
Vor kurzem wurden neben dem Stausee-Rundweg zwischen der Ölmühle und dem Viadukt die Sträucher direkt am Weg „auf den Stock gesetzt“ – unter der Anleitung des zuständigen Revierförsters. Mit einem so genannten Forstmulcher wurden die dem Weg am nächsten stehenden Äste maschinell gekürzt. Von einer „notwendigen Aktion“ spricht ein Fachmann, der sich in der Materie gut auskennt. Nach Begutachtung des Resultats am Stausee ist er sich allerdings sicher: „Hier sollte an den Randbereichen nachgearbeitet werden“. Denn nur wenige Meter vom Stauseeweg entfernt ragen spitze Äste bis zu 20 Zentimeter in die Luft. Von einer „großen Verletzungsgefahr“ spricht ein Radfahrer, der gerade des Weges kommt und mit der flachen Hand einen der Äste prüft.
Wenn direkt an Wegen mit Forstmulchern gearbeitet werde, müsse man gegebenenfalls mit einer Motorsäge nachgearbeitet werden - vor allem an den Randbereichen, so der Forstfachmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Ein Nachschneiden der Äste sei aus Sicherheitsgründen unerlässlich, erklärt er weiter. Dabei würden die noch aufrecht stehenden starken Äste fast bodeneben gekürzt.
Schömbergs Bürgermeister Karl-Josef Sprenger sieht es nicht nicht so dramatisch. „Das 'auf den Stock setzen' der dortigen Sträucher war erforderlich und wurde wirtschaftlich effizient erledigt. Eine Gefahr für Radfahrer ist nicht im Geringsten gegeben“, erklärte er gestern.
