Leserbrief
Zum Bericht „Das neue Mobilfunkzeitalter“ vom 20. August
Mobilfunk: Wo bleibt die Vorsorge für Mensch und Tier?
02.09.2010
Der Mobilfunk der sogenannten vierten Generation, LTE, soll mehr als zehnmal schneller sein als UMTS (dritte Generation). Geschwindigkeiten von 14,4 Megabit pro Sekunde sind möglich. In Testnetzen wurden bereits 170 Mbit erreicht, in bestimmten Rahmen sogar 300 Mbit. In Labors wurden erfolgreich 1,2 Gigabit erreicht. Mit solch einer Geschwindigkeit kann man über 150 Mbit/Sek. herunterladen, eine CD-ROM ist nach fünf Sekunden auf der Festplatte.
Zum Verständnis: 1 Kilohertz (KHz) sind 1000 Hertz, 1 MHz sind 1000 KHz, 1Ghz sind 1000 MHz. Wo wird bei diesem rasanten Ausbau der Mobilfunktechnologie der gesundheitliche Faktor berücksichtigt? Ausbau ohne Ende? Unsere Politiker sehen nur noch die Summen, die sie bei der Versteigerung der Frequenzen kassieren. Ist für Mensch und Natur keine Vorsorge mehr notwendig? Nach Contergan und Asbest steht somit das Nächste nicht mehr zu verhindernde „Problem“ größeren Umfangs unmittelbar bevor. Großkonzerne dürfen ohne Forschungsergebnisse vorzuweisen, Umweltbelastungen in unkontrollierbaren Ausmaßen verbreiten. Für die vierte Generation werden keine Gesundheitsstudien in Auftrag gegeben.
Viele Verwaltungen und Behörden stehen jetzt noch auf der Seite der Mobilfunkbetreiber. Bereits jetzt gehen einige Gemeinden erfolgreich gegen diese Technologie vor und wollen sie nicht in ihren Gemeindegebieten haben.
Die Behörden verweisen immer wieder auf die Ergebnisse des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms von 2008, das für die GSM und UMTS-Technologie angefertigt wurde. In der Bewertung dieser Studie steht, dass weitere Untersuchungen notwendig sind. So war z.B. ein Nachweis der Unschädlichkeit der Technologie nicht Gegenstand des Programms.
Jetzt schreiben wir 2010, weitere Forschungsergebnisse sind bis heute nicht einmal angestrebt worden. Der Ausbau der vierten Generation beginnt bereits. Schon heute wird vorausgesagt, dass Störungen beim Fernsehempfang möglich sein werden. Das wird alles billigend in Kauf genommen.
Eugen RomingerGeorgstraße 31, Meßstetten
