Leserbrief

Zu den Vorschlägen, den Urlaubsanspruch zu kürzen:

Gut erholte Mitarbeiter leistungsfähiger

31.08.2010

Anstelle der gewohnten sechs Wochen jährlichen Urlaubs nur noch vier ! Diese Forderung konnte man kürzlich vom Unternehmerverband Mittelständische Wirtschaft deutlich vernehmen. So wurde argumentiert, dass aufgrund der positiven konjunkturellen Entwicklung längere Urlaubszeiten der Arbeitnehmer für die Wirtschaft hinderlich seien.

Die Junge Union Zollernalb lehnt solch eine Forderung entschieden ab, da sie zum einen die Bürger, welche durch vergangene, aber notwendige Steuererhöhungen bereits eh betroffen sind, weiter belastet und zum anderen entschieden ihr Ziel verfehlt. So halten wir es nämlich für einen Trugschluss, anzunehmen, durch eine Verkürzung des jährlichen Urlaubes einen positiven Effekt für die Wirtschaft erzielen zu können. Ferner sollten wir eher bedenken, dass die Zahl der durch Stress bedingten Krankmeldungen in den letzten Jahren immer mehr zugenommen hat und das Phänomen Burn-out längst keine Seltenheit mehr ist, sondern bereits auf dem Weg, eine neue Volkskrankheit zu werden. So beläuft sich der volkswirtschaftliche Schaden, verursacht durch Burn-out, in der Bundesrepublik auf allein rund 6,3 Milliarden Euro pro Jahr. Daher wäre die Reduzierung des Jahresurlaubs definitiv ein Schritt in die falsche Richtung.

Es sollte daher auch jedem einleuchten, dass ein gut erholter Mitarbeiter leistungsfähiger und produktiver ist, und somit eine bessere Arbeit, auch zugunsten unserer Wirtschaft, verrichten kann.

Thorsten Nurna
Kreisvorvorsitzender JU Zollernalb
Geislingen