„Sind noch nicht da, wo wir hin müssen“
2. Frauen-Bundesliga: HSG beginnt in Weibern
Albstadt-Ebingen, 31.08.2010 von Marcel Schlegel
Verletzungsfrei durch das Ludwigsburger Turnier kommen, das war Rajaks größtes Anliegen. Doch schon in der Vorrunde des Lotto-Cups bestätigten sich die Sorgen der Trainerin, als sich Neuzugang Johanna Schmidt im Spiel gegen Großbottwar an der Hand verletzte. „Johanna hat weitergespielt“, berichtet Rajak, „aber sie hatte zu große Schmerzen .“
Gestern begleitete die kroatische Trainerin ihren Schützling zum Arzt, eine endgültige Diagnose könne allerdings erst am morgigen Mittwoch gefällt werden: „Wir hoffen, dass sie uns schnell wieder zur Verfügung steht. Ihr Ausfall ist bitter für uns.“ Ohne Zweifel, zumal die Ex-Kleenheimerin in der Rückraummitte künftig für Susanne Kirschbaum einspringen soll, die studienbedingt ein Vierteljahr lang in Spanien weilt.
In Ludwigsburg musste Rajak wie in der ganzen Vorbereitungsphase auf Neuzugang Berna Ulucan verzichten, die nun aber in den Trainingsbetrieb eingestiegen ist. „Berna hat sich in der Türkei fit gehalten“, hat Rajak keine Bedenken, dass die Kreisläuferin, die am Bosporus heiratete, ihren Teamgefährtinnen in Sachen Fitness lange hinterher läuft. Am Wochenende wieder mit von der Partie gewesen, aber der HSG beinahe abhanden gekommen, ist Gülfidan Balci. Frauenwart Andreas Laib verrät: „Gülfidan wollte schon seit Jahren aufhören, aber wir konnten sie dazu überreden, eine Saison dran zu hängen.“ Nur fehlte das Urgestein in der Vorbereitung: „Sie hatte schlichtweg nicht mehr damit gerecht, dass sie noch einmal zum Ball greift und hatte bereits ihren Urlaub gebucht.“ Sicherlich habe der Zweitliga-Aufstieg bei der 35- Jährigen Rückraumshooterin neuen Ehrgeiz entfacht, glaubt Rajak: „Wir sind sehr froh, dass sie bleibt.“ Laib ergänzt: „Sie ist für uns eine wichtige Persönlichkeit.“
Personalplanungen abgeschlossen? Noch nicht ganz. Die Verantwortlichen des Albstädter Fusionsvereins bangen noch um Kreisläuferin Kristina Burulic. Bei der Kroatin gibt es Schwierigkeiten in Sachen Aufenthaltsgenehmigung. Doch Laib gibt erste Entwarnung: „Da sind wir einen großen Schritt vorangekommen.“ Nur ein paar Kleinigkeiten seien weiterhin zu klären, „doch wir sind optimistisch, dass diese in nächster Zeit geregelt werden“.
Das sollten sie bis spätestens zum 11. September auch sein, wenn für die Schwarz-Roten beim TuS Weibern das Unterfangen „2. Bundesliga“ beginnt, in der freilich nur der Ligaverbleib zähle: „Aufgrund der Hammer-Abstiegsregelung (vier der zwölf Teams steigen ab, d. Red.) ist der Klassenerhalt das Ziel. Es wäre vermessen einen Platz auszugeben“, stellt Laib klar: „Wir verfahren nach bewährtem Konzept: Wir gehen ganz gelassen an die Sache heran. Die Mädels sollen soviel Punkte wie möglich holen, dann sehen wir was unterm Strich herauskommt.“
Gelassen gingen die Albstädterinnen auch den Lotto-Cup an – und überraschten mit dem Erreichen des Halbfinales. „Das zeigt, dass die Mannschaft zusammenpasst und Spielerinnen und Trainerin gut gearbeitet haben“, lobt Laib – und warnt gleichermaßen: „Man darf das Turnier nicht überbewerten, noch befinden sich alle Teams in der Vorbereitung.“ Rajak pflichtet bei: „Die Mädels haben mich überrascht. Doch wir dürfen nicht denken, dass wir bereits da sind, wo wir zum Saisonstart sein müssen. Es gab durchaus noch taktische Elemente, die wir verbessern müssen.“
