Dieselben Muster, aber zu wenig Strategien
3. Handball-Liga: HBW 2 in Rimpar auf Platz zwei – Nothdurft bemängelt fehlende Konstanz
Balingen, 31.08.2010 von Marcel Schlegel
„Das Spiel nehmen wir halt mit“, sagt Eckard Nothdurft, der ohnehin kein Geheimnis daraus macht, dass bei ihm der Pokalwettbewerb nicht gerade das höchste Ansehen genießt. Gegen das Bezirksklasse-Team sollte sich der HBW 2 locker durchsetzen können, wohl mit jenem Muster, dass Nothdurft bei Erfolgen seiner Jungs schon mehrfach beobachtet hat: „Aus einer guten 3:2:1-Deckung heraus und mit einem guten Torwart machen wir gleich zu Beginn einfache Tore nach Gegenstößen. Dann läuft's.“
So seien auch die beiden Siege zuletzt beim Vorbereitungsturnier der DJK Rimpar gegen die Drittligisten TV Gelnhausen (17:12) und im Halbfinale gegen den Ligarivalen SG Leutershausen (17:14) zustande gekommen, verrät der Balinger Trainer. Doch auch die Niederlagen des Drittligisten hätten ihr ganz eigenes Muster: „Wir verwerfen vorne ein paar Fatzenfreie und geraten dann aus dem Konzept.“ So geschehen beim zweiten Gruppenspiel in Rimpar gegen die in die Bayernliga abgestiegenen Gastgeber, das die HBW-Zweite mit 9:13 verlor. „Da spielen wir gegen Gelnhausen sehr gut und nur eine Stunde später sind wir gegen die DJK aber sowas von chancenlos – zum Verrücktwerden.“
Zu viele Schwankungen hat Nothdurft bei seinen Jungs ausgemacht. Uns fehlt noch die Konstanz“, bekennt er, „die entscheidenden Prozente: Wenn einmal unsere Wurfauswahl stimmt, dann passt die Defensive nicht. Wir schaffen es nicht, dass alle gleichzeitig ihre optimale Leistung auf die Platte bringen.“ Dennoch, der zweite Platz, den die Kreisstädter in Rimpar machten, sei „in Ordnung“, so der 45-Jährige: „Wenn wir ordentlich in eine Partie kommen, dann spielen wir so, wie ich mir das vorstelle. Doch wir müssen auch Strategien entwickeln, für den Fall, dass wir einmal nicht unseren besten Tag erwischen.“
Im Endspiel von Rimpar führten die Nothdurft-Jungs gegen den ambitionierten Baden-Württemberg-Oberligisten Stuttgarter Kickers bereits mit 3:0, am Ende musste der HBW 2 in den letzten Sekunden das 13:14 hinnehmen. Trotzdem hat Nothdurft bei seiner Truppe Fortschritte erkannt. „Wir sind einen Schritt weiter gekommen“, erklärt der Diplom-Sportlehrer, der die Leistungsschwankungen mit seinen Jungs per Videoanalyse aufgearbeitet hat. In den nächsten Tagen gelte es die Stärken, die Defensive und das Gegenstoßverhalten, weiter zu verbessern, „anstatt an unseren Schwächen 'rumzunörgeln“.
Nicht dabei sein wird neben den langzeitverletzten Christoph Foth und Matthias Stocker auch Micha Thiemann. Der Rückraumlinke biss sich im zweiten Gruppenspiel gegen Rimpar auf die Zunge und musste genäht werden. Bis zum ersten Punktspiel am 12. September in Horkheim sei er aber wieder einsatzbereit, versichert „Ecki“.
