Ronnie und Johnny sind „Waisenkinder“
Alexandra Senn hat die Zwillingsböcke aufgezogen und sucht nun ein liebevolles Zuhause für die beiden
Zimmern u.d.B., 30.08.2010
„Seit einem Jahr halten wir hobbymäßig Kamerunschafe“, erzählt Alexandra Senn. „Wir haben mit einem Bock und drei Schafen angefangen, die unser Hanggrundstück beim Haus beweiden.“ Man habe sich für diese Rasse entschieden, da sie einfach in der Haltung und widerstandsfähiger als hiesige Schafe seien und auch nicht geschoren werden müssten. Anfang Juli kündigte sich in der kleinen Herde, mittlerweile auf zehn Tiere angewachsen, Nachwuchs an. Die Zwillingsböcke Ronnie und Johnny wurden am 9. Juli geboren.
Wenige Tage später habe es plötzlich eine große Unruhe unter den Tieren gegeben, berichtet Alexandra Senn: „ Zuerst dachten wir, dass ein weiteres trächtiges Mutterschaf kurz vor der Geburt steht. Aber dann bemerkten wir, dass eines der Schafe fehlt.“ Man machte sich auf die Suche und fand die Mutter von Johnny und Ronny tot auf. Das Schaf hatte sich mit dem Kopf im Weidezaun verfangen und sich selbst erdrosselt.
Jetzt war schnelles Handeln angesagt. Kurzerhand wurde ein Raum im Haus zum Stall für die beiden kleinen Schafsböcklein umfunktioniert. Gott sei Dank nahmen die beiden Kleinen die Flasche an. Anfangs musste Alexandra Senn die Tiere alle ein bis zwei Stunden mit Ersatz-Lämmermilch füttern. Mittlerweile bekommen die beiden alle vier Stunden zu trinken, nachts halten sie sechs Stunden ohne Nahrung aus.
Die beiden Schafsböcke entwickeln sich prächtig. „Aber man merkt, dass die Muttermilch fehlt. Die natürlichen Abwehrkräfte können durch die Ersatzmilch nicht gestärkt werden“, so Senn. Tagsüber springen die beiden Lämmer im Garten umher. Zwischen den beiden Schafsböcken und ihrer Ziehmutter hat sich eine enge Beziehung aufgebaut.
Da die Erkältungsgefahr für die Tiere immer noch groß sei und ein warmer Stall fehlt, müssten sie nachts noch im Haus gehalten werden. Das werde aber nicht mehr lange möglich sein. Aus diesem Grund, und auch, weil die kleine Kamerunschafsherde wegen der Inzuchtgefahr keine weiteren Schafsböcke verträgt, müssen Ronnie und Johnny schweren Herzens abgegeben werden. „Wir suchen jetzt dringend ein neues Zuhause für die beiden, wo sie liebevoll behandelt werden und nicht beim Metzger landen“, sagt Alexandra Senn. Werner Panthen
