Designer mit ungeheurer Schaffenskraft

Hoffmann-Ausstellung setzt schönen Ausklang unter vierteiligen Reigen der ZAK-Kunstführungen

Balingen, 27.08.2010 von Rosalinde Conzelmann

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Mit der Ausstellung des Wiener Künstlers oder doch eher Designers? – eine Frage, die Kurator Rudolf Greiner gleich zu Beginn der Führung stellte – fand der vierteilige Reigen der ZAK-Kunstführungen einen informationsreichen Ausklang. Denn Hoffmann arbeitete wie ein Besessener, er hat allein 10 000 Skizzen hinterlassen.

Nach Oswald Oberhuber, Roman Scheidl und der Gustav Klimt-Schau stand am Mittwoch der Besuch der Josef Hoffmann-Ausstellung in der Zehntscheuer als Schlussakkord des Kunstsommer-Programmes an. Die Resonanz war wieder überwältigend, fast 200 Kunstfreunde zog es an diesem schönen Sommerabend hin zu Josef Hoffmanns Skizzen und Werken, die in der Zehntscheuer ausgestellt sind.

„So viele Kunstbegeisterte wie dieses Jahr waren es noch nie“, zog Kurator Rudolf Greiner diese schöne Gesamtbilanz der Führungen, die der ZOLLERN-ALB-KURIER in Zusammenarbeit mit der Balinger Stadthalle, dem Stadtmarketingverein „Balingen aktiv“ und der Rosenfelder Lehnerbrauerei organisiert hat. Auch Stadthallenchef Ulrich Klingler freute sich über den guten Zuspruch und bedankte sich bei allen Teilnehmern für das Interesse am diesjährigen Balinger Kultursommer, der thematisch vom „Wiener Dreiklang“ bestimmt wird.

Auch der Designer Josef Hoffmann – Greiner hielt diese Bezeichnung für die passendere – war ein Zeitgenosse von Gustav Klimt. Ein weiteres Verbindungsglied war die Wiener Kunstgewerbeschule, an der Josef Hoffmann mit 29 Jahren zum Professor berufen wurde. Und dabei war der Wiener, der 1870 als Sohn eines Bürgermeisters und Bekleidungsunternehmers geboren wurde, in der Schule kein großes Licht, wie Greiner berichtete. Der spätere Designer habe aber schon als Kind einen Sinn für Muster gehabt und in seiner Freizeit auf dem Bau gearbeitet. Seine Verbindungen zum großen Wiener Architekten Alfred Loos öffneten ihm weitere Türen. Loos und Hoffmann waren gleich alt und studierten zusammen.

Josef Hofmanns Schaffenskraft war immens. „Er hat permanent entworfen und gearbeitet und das Design in Österreich maßgeblich bestimmt“, so Greiner. Mit der Gründung der „Wiener Werkstatt“ begann die längste Schaffensperiode Hofmanns. Das Aus kam im Jahr 1931. Als Gründe nannte Greiner fehlende Ideen und zu teure Produktionskosten für die aufwändig gefertigten Arbeiten. „Außerdem hat die Wiener Werkstatt Konkurrenz durch das Bauhaus bekommen.“ Obwohl Hoffmann, der 1956 gestorben ist, zeitlebens gut von seinen Aufträgen leben konnte, „ist er erst in der Postmoderne interessant geworden“, führte der Kurator weiter aus. Das lag auch daran, dass „der Wiener nie einen eigenen Stil kreierte, sondern viele Stile nebeneinander pflegte“.

Laut Greiner erkannte das Museum für angewandte Kunst „ab 1987 diesen besonderen Schatz und sammelte alles von Hoffmann“. Greiner wollte nicht verhehlen, dass die Balinger Ausstellung, deren Exponate alle aus dem Wiener Museum stammen, eine ganz besondere ist, „denn es wurden noch nie so viele Zeichnungen von Hoffmann in einer Schau gezeigt“. Balingen leiste hier eine gewisse Vorarbeit und werde sicher bald kopiert.

Gerne nahmen die Kunstinteressierten das Angebot des Kurators an, die Erläuterungen zu den ausgestellten Skizzen und Werken in der Zehntscheuer weiter zu vertiefen – „obwohl die Ausstellung perfekt und durchdacht ist.“ Aber manchmal sei es halt doch „etwas verkopft“. Nicht umsonst trage der Designer in seinem Heimatland auch den Beinamen „Quadratel-Hoffmann“. Greiner forderte seine Zuhörer auf, keine Scheu vor den Kunstwerken zu haben und auf den ausgestellten Stühlen Platz zu nehmen. „Man sitzt wirklich gut“, stellte eine Kunstfreundin zufrieden fest.

ich wusste gar nicht

ich wusste gar nicht dass man in einem einzigen kurzen Artikel soviele historische Fehler machen kann. Dieser Artikel ist Geschichtsverfälschung. Wer hat denn den Herrn Greiner gebrieft??? Plattheiten die zum Himmel schreien
Margarete Maultasch am 03.08.2011 17:33:11
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