Wenn der Yeti Mikado spielt
ZAK-Sommertour im Bannwald: Einblick in ein seltenes Stück wilder, fast unberührter Natur
Albstadt-Ebingen, 08.09.2010 von Holger Much
Gut 400 Meter überragt der vom Weißjura gebildete, sich bis in eine stolze Höhe von 1000 Meter emporhebende Knick des Albtraufs zwischen Ratshausen und Laufen das Albvorland. In diesem seit ewigen Zeiten zumindest an den unzugänglichsten Stellen schon immer bewaldeten Steilhang waren die ZAK-Wanderer ein letztes Mal in diesem Jahr gemeinsam unterwegs – diesmal sogar mit bestem Wanderwetter motiviert. Nur am Ende tröpfelte es.
Unter der sachkundigen Führung von Richard Renz vom BNAN erkundete die Gruppe die steilen Böschungen, dicht bewachsen mit grünen Moosen, rot leuchtendem Aronstab, mit Farnen und geschmückt mit gestürzten Baumriesen „als habe ein Yeti Mikado gespielt“, wie Richard Renz sich ausdrückte. Denn hier sieht der Wald aus wie er wächst, stirbt und sich verändert – ohne die eingreifende Hand des Menschen. Entsprechend herausfordernd gestaltete sich daher mancher Weg, Bäume mussten überklettert und Waldbäche übersprungen werden. Doch die ursprüngliche, wilde Anmutung der Umgebung faszinierte alle rund 180 Wanderer und so nahmen diese gern die eine oder andere Kraxelei auf sich. Durch dichte Buchen- und Tannenwälder oder wildromantische Schluchtwälder mit Bergulme, Bergahorn und Esche, mit Silberblatt und Hirschzunge wurden gewandert, vorbei an Kleefeldern und Molchbabys. Hier konnte die Wildheit und der Reichtum eines seit langem ganz bewusst sich selbst überlassenen Bannwaldes genossen und erfahren werden, eines Waldes, der sich so wieder zum „Urwald“ entwickeln konnte. Die Wanderer lernten Breitgras und Blaugras kennen und passierten Relikte aus der Eiszeit und noch früheren Wärmeperioden. Das Hanggelände war bereits im Jahr 1924 zum Bannwald erklärt worden .
Nach diesem spannenden Ausflug in einer gänzlich anderen Welt wieder am Ausgangspunkt angekommen, lachte den Wanderern nach zweistündiger Exkursion durch das urige Naturschutzgebiet das leckere, deftige Vesper mit Wurst, Brot und Obst, das die fleißigen Mitarbeiter der Stadt Albstadt bereits wie immer liebevoll vorbereitet hatten.
Gegen den Durst half auch diesmal hervorragend das kühlende Nass unserer heimischen Getränkehersteller, von Imnauer Fürstenquelle, von Saft-Stingel aus Weilstetten sowie von der Rosenfelder Lehner- Brauerei.
