Im kühlen Augustwind
18.08.2010 von Klaus Irion
Vom aufziehenden Herbst, vom kalten Augustwind singen „Simon and Garfunkel in ihrem wunderschönen Lied „April come she will“. In den vergangenen Tagen ging mir dieses Lied häufiger im Kopf herum. Zuletzt als ich an einer Ampel stand und vor mir ein Motorrollerfahrer ungeduldig auf seine Weiterfahrt wartete. Am Heck wehte im kühlen August-Wind eine kleine Deutschland-Fahne. Eine der letzten Zeugnisse der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Stück für Stück sind sie verschwunden. All die großen und kleinen schwarz-rot-goldenen Flaggen, alle die Auto-Außenspiegel-Überzüge und die dreifarbig geschminkten Gesichter vieler Nationalmannschafts-Verzückter. Ende des Sommermärchens Teil 2. Ich bin gespannt, ob sich der eine oder andere dann doch noch schwarz-rot-gold oder wie die Bildzeitung anno 2006 titelte „schwarz-rot-geil“ über den „tristen Herbst“ in den Winter hinüber rettet. Statt „54, 74, 90, 2010“ wird dann landauf, landab wieder „Wenn nicht jetzt, wann dann“ zu hören sein. Dann nämlich, wenn die deutsche Handball-Nationalmannschaft in Schweden um den Weltmeistertitel mitspielt. Oder ob die Euphorie doch – zumindest bis zum nächsten Fußball-Event – so abrupt endet, wie es die poetischen Zeilen des eingangs erwähnten Liedes tun. Frei übersetzt: „Eine einst junge Liebe, ist nun alt geworden.“
